Schleimbeutelentzündung - Bursitis trochanterica, GTPS

Autor:

Dr. med. Christoph Hartog

Ärzte Hüft-Team

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Die Bursitis trochanterica ist eine Entzündung des Schleimbeutels über dem grossen Rollhügel der Hüfte, die sich durch Schmerzen an der Hüftaussenseite, nächtliche Beschwerden beim Liegen auf der betroffenen Seite und eine Ausstrahlung in den seitlichen Oberschenkel äussert. In den meisten Fällen kann sie erfolgreich konservativ behandelt werden – mit Physiotherapie, entzündungshemmenden Medikamenten, Stosswellentherapie oder einer gezielten Kortison-Infiltration. Nur bei anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter Behandlung wird ein operativer Eingriff wie die arthroskopische Entfernung des Schleimbeutels notwendig.

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Was ist eine Schleimbeutelentzündung an der Hüfte (Bursitis trochanterica)?


Die Bursitis trochanterica, auch Schleimbeutelentzündung am Hüftgelenk oder Trochanterschmerzsyndrom genannt, ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa trochanterica) über dem grossen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens. Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die Reibung zwischen Sehnen, Muskeln und Knochen vermindern. Kommt es zu einer Reizung oder Entzündung dieses Schleimbeutels, entsteht ein charakteristisches Schmerzbild an der Aussenseite der Hüfte. Die Bursitis trochanterica tritt häufig in Kombination mit einer Glutealsehnen-Tendinopathie oder einem Glutealsehnen-Teilriss auf und wird heute oft unter dem Begriff «Greater Trochanteric Pain Syndrome» (GTPS) zusammengefasst.


Ursachen


Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor:

  • Mechanische Überlastung durch repetitive Hüftbewegungen, insbesondere bei Lauf-, Rad- und Wandersportarten
  • Begleitende Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Teilriss als häufige Ursache des gesamten Trochanterschmerzsyndroms
  • Anatomische Risikofaktoren wie breites Becken, O-Beinstellung (Genu varum) oder Beinlängendifferenz mit vermehrtem Zug des Tractus iliotibialis über den Trochanter
  • Direkte Traumata wie ein Sturz auf die Hüfte mit Kontusion des Schleimbeutels
  • Begleiterkrankungen wie Hüftarthrose, rheumatoide Arthritis oder Stoffwechselerkrankungen
  • Vorangehende Hüftoperationen, insbesondere über einen seitlichen Zugang mit Narbenbildung im Trochanterbereich


Symptome


Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können im Verlauf zunehmen:

  • Schmerzen an der Aussenseite der Hüfte über dem Trochanter major, die bei Druck, längerem Gehen, Treppensteigen oder sportlicher Belastung verstärkt auftreten
  • Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite, die den Schlaf erheblich beeinträchtigen können
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die seitliche Oberschenkelregion, gelegentlich bis zum Knie
  • Lokale Druckschmerzhaftigkeit direkt über dem Trochanter major
  • Schmerzverstärkung beim Überkreuzen der Beine oder beim Sitzen mit gekreuzten Beinen


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, der klinischen Untersuchung und ergänzender Untersuchungen gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Druckschmerz über dem Trochanter major, Provokation durch Hüftabduktion gegen Widerstand sowie spezifische Tests zur Unterscheidung von Schleimbeutelentzündung und Glutealsehnen-Pathologie
  • Ultraschall: Darstellung des Schleimbeutels mit Nachweis einer Flüssigkeitsansammlung oder Verdickung sowie gleichzeitige Beurteilung der Glutealsehnen auf Risse oder degenerative Veränderungen
  • MRI (Magnetresonanztomographie): Bei unklarem Befund oder Verdacht auf begleitende Glutealsehnen-Ruptur zur detaillierten Beurteilung aller periartikulären Strukturen und Ausschluss anderer Pathologien
  • Röntgenuntersuchung: Ausschluss einer Hüftarthrose, Verkalkungen im Sehnen- oder Schleimbeutelbereich sowie knöcherner Pathologien am Trochanter


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Abriss als häufige Begleit- oder Primärdiagnose mit ähnlichem Schmerzmuster
  • Iliotibiales Bandsyndrom (Tractus-iliotibialis-Syndrom) mit Schmerzen an der seitlichen Oberschenkelregion
  • Hüftarthrose (Koxarthrose) mit Ausstrahlung in den Trochanterbereich
  • Erkrankungen der Lendenwirbelsäule mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in die seitliche Hüftregion
  • Meralgia paraesthetica (Einklemmung des Nervus cutaneus femoris lateralis) mit Taubheitsgefühl und Brennschmerz am seitlichen Oberschenkel


Konservative Therapie


In den meisten Fällen kann die Bursitis trochanterica erfolgreich konservativ behandelt werden:

  • Anpassung von Aktivitäten: Reduktion oder vorübergehende Vermeidung provokativer Belastungen wie Treppensteigen, Laufen auf unebenem Untergrund oder Liegen auf der betroffenen Seite
  • Physiotherapie: Gezieltes Kräftigungs- und Dehnprogramm der Gluteal- und Hüftmuskulatur zur Korrektur der Belastungsverteilung und Entlastung des Trochanterschleimbeutels; Gangschulung zur Reduktion der seitlichen Beckenneigung
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) zur Linderung von Schmerz und Entzündung
  • Stosswellentherapie: Nicht-invasive Behandlung zur Anregung der Geweberegeneration und Schmerzreduktion bei chronischer Bursitis oder begleitender Tendinopathie
  • Ultraschallgezielte Infiltration: Injektion eines Kortikosteroids in den entzündeten Schleimbeutel zur raschen und gezielten Schmerzlinderung; bei begleitender Glutealsehnen-Tendinopathie alternativ Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP)


Operative Therapie


Bei therapieresistenten Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Monate kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

  • Arthroskopische Bursektomie: Minimalinvasive Entfernung des entzündeten Schleimbeutels über kleine Stichinzisionen unter arthroskopischer Sicht. Gleichzeitig können begleitende Pathologien wie eine Tractus-iliotibialis-Verlängerung oder eine Glutealsehnen-Teilruptur mitbehandelt werden
  • Glutealsehnen-Rekonstruktion: Bei nachgewiesenem Glutealsehnen-Abriss oder -Teilriss als Ursache des Trochanterschmerzsyndroms wird die Sehne im Rahmen desselben Eingriffs mittels Fadenanker am Trochanter refixiert


Nachbehandlung


Nach einer arthroskopischen Bursektomie ohne begleitende Sehnenrekonstruktion ist die Erholung rasch; eine Teilbelastung für wenige Tage bis Wochen ist in der Regel ausreichend. Wurde gleichzeitig eine Glutealsehnen-Refixation durchgeführt, gelten die längeren Entlastungszeiten der Sehnenrekonstruktion. Die Physiotherapie begleitet die Rehabilitation mit gezielten Kräftigungs- und Gangschulungsübungen. Regelmässige Nachkontrollen sichern den Heilungsverlauf und erlauben eine individuelle Anpassung der Rehabilitation.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Schleimbeutelentzündung an der Hüfte (Bursitis trochanterica, Trochanterschmerzsyndrom) geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer orthopädischen Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Die Bursitis trochanterica ist eine Entzündung des Schleimbeutels über dem grossen Rollhügel der Hüfte, die sich durch Schmerzen an der Hüftaussenseite, nächtliche Beschwerden beim Liegen auf der betroffenen Seite und eine Ausstrahlung in den seitlichen Oberschenkel äussert. In den meisten Fällen kann sie erfolgreich konservativ behandelt werden – mit Physiotherapie, entzündungshemmenden Medikamenten, Stosswellentherapie oder einer gezielten Kortison-Infiltration. Nur bei anhaltenden Beschwerden trotz konsequenter Behandlung wird ein operativer Eingriff wie die arthroskopische Entfernung des Schleimbeutels notwendig.

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Die Bursitis trochanterica, auch Schleimbeutelentzündung am Hüftgelenk oder Trochanterschmerzsyndrom genannt, ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa trochanterica) über dem grossen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens. Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die Reibung zwischen Sehnen, Muskeln und Knochen vermindern. Kommt es zu einer Reizung oder Entzündung dieses Schleimbeutels, entsteht ein charakteristisches Schmerzbild an der Aussenseite der Hüfte. Die Bursitis trochanterica tritt häufig in Kombination mit einer Glutealsehnen-Tendinopathie oder einem Glutealsehnen-Teilriss auf und wird heute oft unter dem Begriff «Greater Trochanteric Pain Syndrome» (GTPS) zusammengefasst.


Ursachen


Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor:

  • Mechanische Überlastung durch repetitive Hüftbewegungen, insbesondere bei Lauf-, Rad- und Wandersportarten
  • Begleitende Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Teilriss als häufige Ursache des gesamten Trochanterschmerzsyndroms
  • Anatomische Risikofaktoren wie breites Becken, O-Beinstellung (Genu varum) oder Beinlängendifferenz mit vermehrtem Zug des Tractus iliotibialis über den Trochanter
  • Direkte Traumata wie ein Sturz auf die Hüfte mit Kontusion des Schleimbeutels
  • Begleiterkrankungen wie Hüftarthrose, rheumatoide Arthritis oder Stoffwechselerkrankungen
  • Vorangehende Hüftoperationen, insbesondere über einen seitlichen Zugang mit Narbenbildung im Trochanterbereich


Symptome


Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können im Verlauf zunehmen:

  • Schmerzen an der Aussenseite der Hüfte über dem Trochanter major, die bei Druck, längerem Gehen, Treppensteigen oder sportlicher Belastung verstärkt auftreten
  • Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite, die den Schlaf erheblich beeinträchtigen können
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die seitliche Oberschenkelregion, gelegentlich bis zum Knie
  • Lokale Druckschmerzhaftigkeit direkt über dem Trochanter major
  • Schmerzverstärkung beim Überkreuzen der Beine oder beim Sitzen mit gekreuzten Beinen


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, der klinischen Untersuchung und ergänzender Untersuchungen gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Druckschmerz über dem Trochanter major, Provokation durch Hüftabduktion gegen Widerstand sowie spezifische Tests zur Unterscheidung von Schleimbeutelentzündung und Glutealsehnen-Pathologie
  • Ultraschall: Darstellung des Schleimbeutels mit Nachweis einer Flüssigkeitsansammlung oder Verdickung sowie gleichzeitige Beurteilung der Glutealsehnen auf Risse oder degenerative Veränderungen
  • MRI (Magnetresonanztomographie): Bei unklarem Befund oder Verdacht auf begleitende Glutealsehnen-Ruptur zur detaillierten Beurteilung aller periartikulären Strukturen und Ausschluss anderer Pathologien
  • Röntgenuntersuchung: Ausschluss einer Hüftarthrose, Verkalkungen im Sehnen- oder Schleimbeutelbereich sowie knöcherner Pathologien am Trochanter


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Abriss als häufige Begleit- oder Primärdiagnose mit ähnlichem Schmerzmuster
  • Iliotibiales Bandsyndrom (Tractus-iliotibialis-Syndrom) mit Schmerzen an der seitlichen Oberschenkelregion
  • Hüftarthrose (Koxarthrose) mit Ausstrahlung in den Trochanterbereich
  • Erkrankungen der Lendenwirbelsäule mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in die seitliche Hüftregion
  • Meralgia paraesthetica (Einklemmung des Nervus cutaneus femoris lateralis) mit Taubheitsgefühl und Brennschmerz am seitlichen Oberschenkel


Konservative Therapie


In den meisten Fällen kann die Bursitis trochanterica erfolgreich konservativ behandelt werden:

  • Anpassung von Aktivitäten: Reduktion oder vorübergehende Vermeidung provokativer Belastungen wie Treppensteigen, Laufen auf unebenem Untergrund oder Liegen auf der betroffenen Seite
  • Physiotherapie: Gezieltes Kräftigungs- und Dehnprogramm der Gluteal- und Hüftmuskulatur zur Korrektur der Belastungsverteilung und Entlastung des Trochanterschleimbeutels; Gangschulung zur Reduktion der seitlichen Beckenneigung
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) zur Linderung von Schmerz und Entzündung
  • Stosswellentherapie: Nicht-invasive Behandlung zur Anregung der Geweberegeneration und Schmerzreduktion bei chronischer Bursitis oder begleitender Tendinopathie
  • Ultraschallgezielte Infiltration: Injektion eines Kortikosteroids in den entzündeten Schleimbeutel zur raschen und gezielten Schmerzlinderung; bei begleitender Glutealsehnen-Tendinopathie alternativ Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP)


Operative Therapie


Bei therapieresistenten Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Monate kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

  • Arthroskopische Bursektomie: Minimalinvasive Entfernung des entzündeten Schleimbeutels über kleine Stichinzisionen unter arthroskopischer Sicht. Gleichzeitig können begleitende Pathologien wie eine Tractus-iliotibialis-Verlängerung oder eine Glutealsehnen-Teilruptur mitbehandelt werden
  • Glutealsehnen-Rekonstruktion: Bei nachgewiesenem Glutealsehnen-Abriss oder -Teilriss als Ursache des Trochanterschmerzsyndroms wird die Sehne im Rahmen desselben Eingriffs mittels Fadenanker am Trochanter refixiert


Nachbehandlung


Nach einer arthroskopischen Bursektomie ohne begleitende Sehnenrekonstruktion ist die Erholung rasch; eine Teilbelastung für wenige Tage bis Wochen ist in der Regel ausreichend. Wurde gleichzeitig eine Glutealsehnen-Refixation durchgeführt, gelten die längeren Entlastungszeiten der Sehnenrekonstruktion. Die Physiotherapie begleitet die Rehabilitation mit gezielten Kräftigungs- und Gangschulungsübungen. Regelmässige Nachkontrollen sichern den Heilungsverlauf und erlauben eine individuelle Anpassung der Rehabilitation.


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Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Schleimbeutelentzündung an der Hüfte (Bursitis trochanterica, Trochanterschmerzsyndrom) geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer orthopädischen Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Die Bursitis trochanterica, auch Schleimbeutelentzündung am Hüftgelenk oder Trochanterschmerzsyndrom genannt, ist eine Entzündung des Schleimbeutels (Bursa trochanterica) über dem grossen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens. Schleimbeutel sind mit Flüssigkeit gefüllte Polster, die Reibung zwischen Sehnen, Muskeln und Knochen vermindern. Kommt es zu einer Reizung oder Entzündung dieses Schleimbeutels, entsteht ein charakteristisches Schmerzbild an der Aussenseite der Hüfte. Die Bursitis trochanterica tritt häufig in Kombination mit einer Glutealsehnen-Tendinopathie oder einem Glutealsehnen-Teilriss auf und wird heute oft unter dem Begriff «Greater Trochanteric Pain Syndrome» (GTPS) zusammengefasst.


Ursachen


Die Ursachen sind vielfältig. Häufig liegt eine Kombination mehrerer Faktoren vor:

  • Mechanische Überlastung durch repetitive Hüftbewegungen, insbesondere bei Lauf-, Rad- und Wandersportarten
  • Begleitende Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Teilriss als häufige Ursache des gesamten Trochanterschmerzsyndroms
  • Anatomische Risikofaktoren wie breites Becken, O-Beinstellung (Genu varum) oder Beinlängendifferenz mit vermehrtem Zug des Tractus iliotibialis über den Trochanter
  • Direkte Traumata wie ein Sturz auf die Hüfte mit Kontusion des Schleimbeutels
  • Begleiterkrankungen wie Hüftarthrose, rheumatoide Arthritis oder Stoffwechselerkrankungen
  • Vorangehende Hüftoperationen, insbesondere über einen seitlichen Zugang mit Narbenbildung im Trochanterbereich


Symptome


Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können im Verlauf zunehmen:

  • Schmerzen an der Aussenseite der Hüfte über dem Trochanter major, die bei Druck, längerem Gehen, Treppensteigen oder sportlicher Belastung verstärkt auftreten
  • Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite, die den Schlaf erheblich beeinträchtigen können
  • Ausstrahlung der Schmerzen in die seitliche Oberschenkelregion, gelegentlich bis zum Knie
  • Lokale Druckschmerzhaftigkeit direkt über dem Trochanter major
  • Schmerzverstärkung beim Überkreuzen der Beine oder beim Sitzen mit gekreuzten Beinen


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, der klinischen Untersuchung und ergänzender Untersuchungen gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Druckschmerz über dem Trochanter major, Provokation durch Hüftabduktion gegen Widerstand sowie spezifische Tests zur Unterscheidung von Schleimbeutelentzündung und Glutealsehnen-Pathologie
  • Ultraschall: Darstellung des Schleimbeutels mit Nachweis einer Flüssigkeitsansammlung oder Verdickung sowie gleichzeitige Beurteilung der Glutealsehnen auf Risse oder degenerative Veränderungen
  • MRI (Magnetresonanztomographie): Bei unklarem Befund oder Verdacht auf begleitende Glutealsehnen-Ruptur zur detaillierten Beurteilung aller periartikulären Strukturen und Ausschluss anderer Pathologien
  • Röntgenuntersuchung: Ausschluss einer Hüftarthrose, Verkalkungen im Sehnen- oder Schleimbeutelbereich sowie knöcherner Pathologien am Trochanter


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Glutealsehnen-Tendinopathie oder Glutealsehnen-Abriss als häufige Begleit- oder Primärdiagnose mit ähnlichem Schmerzmuster
  • Iliotibiales Bandsyndrom (Tractus-iliotibialis-Syndrom) mit Schmerzen an der seitlichen Oberschenkelregion
  • Hüftarthrose (Koxarthrose) mit Ausstrahlung in den Trochanterbereich
  • Erkrankungen der Lendenwirbelsäule mit pseudoradikulärer Ausstrahlung in die seitliche Hüftregion
  • Meralgia paraesthetica (Einklemmung des Nervus cutaneus femoris lateralis) mit Taubheitsgefühl und Brennschmerz am seitlichen Oberschenkel


Konservative Therapie


In den meisten Fällen kann die Bursitis trochanterica erfolgreich konservativ behandelt werden:

  • Anpassung von Aktivitäten: Reduktion oder vorübergehende Vermeidung provokativer Belastungen wie Treppensteigen, Laufen auf unebenem Untergrund oder Liegen auf der betroffenen Seite
  • Physiotherapie: Gezieltes Kräftigungs- und Dehnprogramm der Gluteal- und Hüftmuskulatur zur Korrektur der Belastungsverteilung und Entlastung des Trochanterschleimbeutels; Gangschulung zur Reduktion der seitlichen Beckenneigung
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) zur Linderung von Schmerz und Entzündung
  • Stosswellentherapie: Nicht-invasive Behandlung zur Anregung der Geweberegeneration und Schmerzreduktion bei chronischer Bursitis oder begleitender Tendinopathie
  • Ultraschallgezielte Infiltration: Injektion eines Kortikosteroids in den entzündeten Schleimbeutel zur raschen und gezielten Schmerzlinderung; bei begleitender Glutealsehnen-Tendinopathie alternativ Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP)


Operative Therapie


Bei therapieresistenten Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Monate kann ein operativer Eingriff notwendig werden.

  • Arthroskopische Bursektomie: Minimalinvasive Entfernung des entzündeten Schleimbeutels über kleine Stichinzisionen unter arthroskopischer Sicht. Gleichzeitig können begleitende Pathologien wie eine Tractus-iliotibialis-Verlängerung oder eine Glutealsehnen-Teilruptur mitbehandelt werden
  • Glutealsehnen-Rekonstruktion: Bei nachgewiesenem Glutealsehnen-Abriss oder -Teilriss als Ursache des Trochanterschmerzsyndroms wird die Sehne im Rahmen desselben Eingriffs mittels Fadenanker am Trochanter refixiert


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Nach einer arthroskopischen Bursektomie ohne begleitende Sehnenrekonstruktion ist die Erholung rasch; eine Teilbelastung für wenige Tage bis Wochen ist in der Regel ausreichend. Wurde gleichzeitig eine Glutealsehnen-Refixation durchgeführt, gelten die längeren Entlastungszeiten der Sehnenrekonstruktion. Die Physiotherapie begleitet die Rehabilitation mit gezielten Kräftigungs- und Gangschulungsübungen. Regelmässige Nachkontrollen sichern den Heilungsverlauf und erlauben eine individuelle Anpassung der Rehabilitation.


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