Knorpelregeneration

Autor:

Dr. med. Matthias Jacobi

Ärzte Knie-Team

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk, die aufgrund der begrenzten Selbstheilungsfähigkeit von Gelenkknorpel notwendig werden können. Zu den gängigen Methoden zählen knochenmarkstimulierende Verfahren (Mikrofrakturierung, Anbohrung, Abrasion), matrixgestützte Techniken (AMIC, Minced Cartilage) sowie Knorpeltransplantationen (ACT), wobei die Wahl des Verfahrens von Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens abhängt. Nach der Operation ist eine strukturierte Rehabilitation mit Teilbelastung, Physiotherapie und schrittweisem Belastungsaufbau über mehrere Monate entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg.

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Was ist Knorpelregeneration?


Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk. Gelenkknorpel ist ein hochspezialisiertes Gewebe, das die Knochenenden überzieht und für reibungsarme Bewegungen sowie die Stossdämpfung im Gelenk verantwortlich ist. Da Knorpel nur über eine begrenzte Selbstheilungsfähigkeit verfügt, können Schäden unbehandelt zu fortschreitenden Beschwerden und frühzeitiger Arthrose führen. Moderne knorpelregenerative Verfahren zielen darauf ab, geschädigten Knorpel zu ersetzen oder die körpereigene Heilung anzuregen, um die Gelenkfunktion langfristig zu erhalten. Diese Therapie eignet sich ausschliesslich für isolierte Knorpelschäden und nicht für grossflächige Schäden. Auch sind diese Therapien bei jungen Patienten erfolgversprechender als im Alter.


Ursachen


Knorpelschäden am Kniegelenk können durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Traumatische Verletzungen durch Unfälle, Stürze oder Sportverletzungen
  • Instabilitäten des Kniegelenks nach Bandverletzungen
  • Nekrosen des Knochens mit anschliessender Knorpelschädigung (Osteochondrosis dissecans)


Symptome


Die Beschwerden bei Knorpelschäden können je nach Ausmass und Lokalisation variieren und entwickeln sich oft über längere Zeit:

  • Belastungsabhängige Schmerzen im Kniegelenk, insbesondere beim Treppensteigen, Laufen oder Sport
  • Gelenkergüsse oder Schwellungen nach Belastung
  • Blockierungen, Schnappen oder Einklemmen im Gelenk
  • Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifigkeit des Kniegelenks
  • Zunehmende Beschwerden bei Wetterumschwüngen oder nach längerer Ruhigstellung


Diagnose


Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige Untersuchung und bildgebende Verfahren:

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Gelenkfunktion, Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzlokalisation
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Gelenkstellung, Beurteilung der Gelenkspaltweite und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Präzise Darstellung des Knorpelschadens, seiner Grösse, Tiefe und Lokalisation sowie Beurteilung begleitender Weichteilverletzungen
  • Arthroskopie: Gelenkspiegelung zur direkten Beurteilung des Knorpelschadens und gleichzeitiger Therapie in geeigneten Fällen


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden, unter anderem:

  • Meniskusschäden oder Meniskusrisse
  • Kreuzband- oder Seitenbandverletzungen
  • Schleimbeutelentzündungen (Bursitis)
  • Arthrose des Kniegelenks
  • Osteochondrosis dissecans oder freie Gelenkkörper


Konservative Therapie


Bei kleineren oder oberflächlichen Knorpelschäden sowie in frühen Stadien können konservative Massnahmen helfen:

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel zur Symptomlinderung
  • Gewichtsreduktion: Entlastung des Kniegelenks bei bestehendem Übergewicht
  • Anpassung sportlicher Aktivitäten: Vermeidung hoher Stossbelastungen, Umstellung auf gelenkschonende Sportarten
  • Injektionstherapie: Hyaluronsäure- oder PRP-Injektionen zur Verbesserung der Gelenkschmierung und Förderung der Regeneration


Operative Therapie


Bei symptomatischen Knorpelschäden, die auf konservative Therapie nicht ansprechen, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Methode richtet sich nach Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens sowie nach Alter und Aktivitätsniveau des Patienten.


Knochenmarkstimulierende Verfahren


  • Mikrofrakturierung (Microfracture): Eröffnung des darunterliegenden Knochens durch kleine Bohrungen, um Stammzellen aus dem Knochenmark in den Defekt einwandern zu lassen und die Bildung von Ersatzknorpel anzuregen
  • Anbohrung (Pridie-Bohrung): Ähnliches Prinzip wie die Mikrofrakturierung, mit feinen Bohrkanälen zur Stimulation der körpereigenen Reparaturmechanismen
  • Abrasionsarthroplastik: Entfernung der geschädigten Knorpelschicht und Anfrischung des Knochens zur Bildung von Narbenknorpel


Matrixgestützte Verfahren


  • AMIC (Autologous Matrix-Induced Chondrogenesis): Kombination der Mikrofrakturierung mit einer speziellen Kollagenmembran, die über den Defekt gelegt wird und als Leitstruktur für die einwandernden Zellen dient
  • Minced Cartilage: Verwendung von körpereigenem Knorpelgewebe, das entnommen, zerkleinert und in den Defekt eingebracht wird, um die Knorpelregeneration zu fördern


Knorpeltransplantation


  • ACT (Autologe Chondrozyten-Transplantation): Zweizeitiges Verfahren, bei dem in einem ersten Eingriff körpereigene Knorpelzellen entnommen, im Labor vermehrt und in einer zweiten Operation in den Defekt eingebracht werden
  • MACT (Matrix-gekoppelte autologe Chondrozyten-Transplantation): Weiterentwicklung der ACT, bei der die gezüchteten Knorpelzellen auf einer Trägermatrix aufgebracht werden
  • OATS (Osteochondral Autograft Transfer System): Übertragung von Knorpel-Knochen-Zylindern aus weniger belasteten Bereichen des Kniegelenks in den Defekt (wird nicht mehr durchgeführt)


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Erfolg der Knorpelregeneration und variiert je nach angewendetem Verfahren:

  • Entlastung: Teilbelastung an Unterarmgehstützen für mehrere Wochen, abhängig vom Operationsverfahren
  • Physiotherapie: Strukturiertes Rehabilitationsprogramm mit zunächst passiver, später aktiver Mobilisation und schrittweisem Belastungsaufbau
  • Motorschiene (CPM): In manchen Fällen kontinuierliche passive Bewegung zur Förderung der Knorpelernährung
  • Sportfähigkeit: Schrittweise Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten frühestens nach 6–12 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf
  • Nachkontrollen: Regelmässige klinische und bildgebende Kontrollen zur Beurteilung der Knorpelheilung


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Knorpelregeneration geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Orthopädie Rosenberg

Praxis-Öffnungszeiten

Montag

08:00 -18:00 Uhr

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Impressum

© 2025. All Rights Reserved.

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Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk, die aufgrund der begrenzten Selbstheilungsfähigkeit von Gelenkknorpel notwendig werden können. Zu den gängigen Methoden zählen knochenmarkstimulierende Verfahren (Mikrofrakturierung, Anbohrung, Abrasion), matrixgestützte Techniken (AMIC, Minced Cartilage) sowie Knorpeltransplantationen (ACT), wobei die Wahl des Verfahrens von Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens abhängt. Nach der Operation ist eine strukturierte Rehabilitation mit Teilbelastung, Physiotherapie und schrittweisem Belastungsaufbau über mehrere Monate entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg.

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Was ist Knorpelregeneration?


Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk. Gelenkknorpel ist ein hochspezialisiertes Gewebe, das die Knochenenden überzieht und für reibungsarme Bewegungen sowie die Stossdämpfung im Gelenk verantwortlich ist. Da Knorpel nur über eine begrenzte Selbstheilungsfähigkeit verfügt, können Schäden unbehandelt zu fortschreitenden Beschwerden und frühzeitiger Arthrose führen. Moderne knorpelregenerative Verfahren zielen darauf ab, geschädigten Knorpel zu ersetzen oder die körpereigene Heilung anzuregen, um die Gelenkfunktion langfristig zu erhalten. Diese Therapie eignet sich ausschliesslich für isolierte Knorpelschäden und nicht für grossflächige Schäden. Auch sind diese Therapien bei jungen Patienten erfolgversprechender als im Alter.


Ursachen


Knorpelschäden am Kniegelenk können durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Traumatische Verletzungen durch Unfälle, Stürze oder Sportverletzungen
  • Instabilitäten des Kniegelenks nach Bandverletzungen
  • Nekrosen des Knochens mit anschliessender Knorpelschädigung (Osteochondrosis dissecans)


Symptome


Die Beschwerden bei Knorpelschäden können je nach Ausmass und Lokalisation variieren und entwickeln sich oft über längere Zeit:

  • Belastungsabhängige Schmerzen im Kniegelenk, insbesondere beim Treppensteigen, Laufen oder Sport
  • Gelenkergüsse oder Schwellungen nach Belastung
  • Blockierungen, Schnappen oder Einklemmen im Gelenk
  • Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifigkeit des Kniegelenks
  • Zunehmende Beschwerden bei Wetterumschwüngen oder nach längerer Ruhigstellung


Diagnose


Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige Untersuchung und bildgebende Verfahren:

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Gelenkfunktion, Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzlokalisation
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Gelenkstellung, Beurteilung der Gelenkspaltweite und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Präzise Darstellung des Knorpelschadens, seiner Grösse, Tiefe und Lokalisation sowie Beurteilung begleitender Weichteilverletzungen
  • Arthroskopie: Gelenkspiegelung zur direkten Beurteilung des Knorpelschadens und gleichzeitiger Therapie in geeigneten Fällen


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden, unter anderem:

  • Meniskusschäden oder Meniskusrisse
  • Kreuzband- oder Seitenbandverletzungen
  • Schleimbeutelentzündungen (Bursitis)
  • Arthrose des Kniegelenks
  • Osteochondrosis dissecans oder freie Gelenkkörper


Konservative Therapie


Bei kleineren oder oberflächlichen Knorpelschäden sowie in frühen Stadien können konservative Massnahmen helfen:

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel zur Symptomlinderung
  • Gewichtsreduktion: Entlastung des Kniegelenks bei bestehendem Übergewicht
  • Anpassung sportlicher Aktivitäten: Vermeidung hoher Stossbelastungen, Umstellung auf gelenkschonende Sportarten
  • Injektionstherapie: Hyaluronsäure- oder PRP-Injektionen zur Verbesserung der Gelenkschmierung und Förderung der Regeneration


Operative Therapie


Bei symptomatischen Knorpelschäden, die auf konservative Therapie nicht ansprechen, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Methode richtet sich nach Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens sowie nach Alter und Aktivitätsniveau des Patienten.


Knochenmarkstimulierende Verfahren


  • Mikrofrakturierung (Microfracture): Eröffnung des darunterliegenden Knochens durch kleine Bohrungen, um Stammzellen aus dem Knochenmark in den Defekt einwandern zu lassen und die Bildung von Ersatzknorpel anzuregen
  • Anbohrung (Pridie-Bohrung): Ähnliches Prinzip wie die Mikrofrakturierung, mit feinen Bohrkanälen zur Stimulation der körpereigenen Reparaturmechanismen
  • Abrasionsarthroplastik: Entfernung der geschädigten Knorpelschicht und Anfrischung des Knochens zur Bildung von Narbenknorpel


Matrixgestützte Verfahren


  • AMIC (Autologous Matrix-Induced Chondrogenesis): Kombination der Mikrofrakturierung mit einer speziellen Kollagenmembran, die über den Defekt gelegt wird und als Leitstruktur für die einwandernden Zellen dient
  • Minced Cartilage: Verwendung von körpereigenem Knorpelgewebe, das entnommen, zerkleinert und in den Defekt eingebracht wird, um die Knorpelregeneration zu fördern


Knorpeltransplantation


  • ACT (Autologe Chondrozyten-Transplantation): Zweizeitiges Verfahren, bei dem in einem ersten Eingriff körpereigene Knorpelzellen entnommen, im Labor vermehrt und in einer zweiten Operation in den Defekt eingebracht werden
  • MACT (Matrix-gekoppelte autologe Chondrozyten-Transplantation): Weiterentwicklung der ACT, bei der die gezüchteten Knorpelzellen auf einer Trägermatrix aufgebracht werden
  • OATS (Osteochondral Autograft Transfer System): Übertragung von Knorpel-Knochen-Zylindern aus weniger belasteten Bereichen des Kniegelenks in den Defekt (wird nicht mehr durchgeführt)


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Erfolg der Knorpelregeneration und variiert je nach angewendetem Verfahren:

  • Entlastung: Teilbelastung an Unterarmgehstützen für mehrere Wochen, abhängig vom Operationsverfahren
  • Physiotherapie: Strukturiertes Rehabilitationsprogramm mit zunächst passiver, später aktiver Mobilisation und schrittweisem Belastungsaufbau
  • Motorschiene (CPM): In manchen Fällen kontinuierliche passive Bewegung zur Förderung der Knorpelernährung
  • Sportfähigkeit: Schrittweise Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten frühestens nach 6–12 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf
  • Nachkontrollen: Regelmässige klinische und bildgebende Kontrollen zur Beurteilung der Knorpelheilung


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Knorpelregeneration geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk, die aufgrund der begrenzten Selbstheilungsfähigkeit von Gelenkknorpel notwendig werden können. Zu den gängigen Methoden zählen knochenmarkstimulierende Verfahren (Mikrofrakturierung, Anbohrung, Abrasion), matrixgestützte Techniken (AMIC, Minced Cartilage) sowie Knorpeltransplantationen (ACT), wobei die Wahl des Verfahrens von Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens abhängt. Nach der Operation ist eine strukturierte Rehabilitation mit Teilbelastung, Physiotherapie und schrittweisem Belastungsaufbau über mehrere Monate entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg.

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Die Knorpelregeneration umfasst verschiedene operative Verfahren zur Behandlung von Knorpelschäden am Kniegelenk. Gelenkknorpel ist ein hochspezialisiertes Gewebe, das die Knochenenden überzieht und für reibungsarme Bewegungen sowie die Stossdämpfung im Gelenk verantwortlich ist. Da Knorpel nur über eine begrenzte Selbstheilungsfähigkeit verfügt, können Schäden unbehandelt zu fortschreitenden Beschwerden und frühzeitiger Arthrose führen. Moderne knorpelregenerative Verfahren zielen darauf ab, geschädigten Knorpel zu ersetzen oder die körpereigene Heilung anzuregen, um die Gelenkfunktion langfristig zu erhalten. Diese Therapie eignet sich ausschliesslich für isolierte Knorpelschäden und nicht für grossflächige Schäden. Auch sind diese Therapien bei jungen Patienten erfolgversprechender als im Alter.


Ursachen


Knorpelschäden am Kniegelenk können durch verschiedene Faktoren entstehen:

  • Traumatische Verletzungen durch Unfälle, Stürze oder Sportverletzungen
  • Instabilitäten des Kniegelenks nach Bandverletzungen
  • Nekrosen des Knochens mit anschliessender Knorpelschädigung (Osteochondrosis dissecans)


Symptome


Die Beschwerden bei Knorpelschäden können je nach Ausmass und Lokalisation variieren und entwickeln sich oft über längere Zeit:

  • Belastungsabhängige Schmerzen im Kniegelenk, insbesondere beim Treppensteigen, Laufen oder Sport
  • Gelenkergüsse oder Schwellungen nach Belastung
  • Blockierungen, Schnappen oder Einklemmen im Gelenk
  • Eingeschränkte Beweglichkeit oder Steifigkeit des Kniegelenks
  • Zunehmende Beschwerden bei Wetterumschwüngen oder nach längerer Ruhigstellung


Diagnose


Die Diagnose erfolgt durch eine sorgfältige Untersuchung und bildgebende Verfahren:

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Gelenkfunktion, Beweglichkeit, Stabilität und Schmerzlokalisation
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Gelenkstellung, Beurteilung der Gelenkspaltweite und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Präzise Darstellung des Knorpelschadens, seiner Grösse, Tiefe und Lokalisation sowie Beurteilung begleitender Weichteilverletzungen
  • Arthroskopie: Gelenkspiegelung zur direkten Beurteilung des Knorpelschadens und gleichzeitiger Therapie in geeigneten Fällen


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen ausgeschlossen werden, unter anderem:

  • Meniskusschäden oder Meniskusrisse
  • Kreuzband- oder Seitenbandverletzungen
  • Schleimbeutelentzündungen (Bursitis)
  • Arthrose des Kniegelenks
  • Osteochondrosis dissecans oder freie Gelenkkörper


Konservative Therapie


Bei kleineren oder oberflächlichen Knorpelschäden sowie in frühen Stadien können konservative Massnahmen helfen:

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen zur Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit
  • Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel zur Symptomlinderung
  • Gewichtsreduktion: Entlastung des Kniegelenks bei bestehendem Übergewicht
  • Anpassung sportlicher Aktivitäten: Vermeidung hoher Stossbelastungen, Umstellung auf gelenkschonende Sportarten
  • Injektionstherapie: Hyaluronsäure- oder PRP-Injektionen zur Verbesserung der Gelenkschmierung und Förderung der Regeneration


Operative Therapie


Bei symptomatischen Knorpelschäden, die auf konservative Therapie nicht ansprechen, stehen verschiedene operative Verfahren zur Verfügung. Die Wahl der Methode richtet sich nach Grösse, Tiefe und Lokalisation des Schadens sowie nach Alter und Aktivitätsniveau des Patienten.


Knochenmarkstimulierende Verfahren


  • Mikrofrakturierung (Microfracture): Eröffnung des darunterliegenden Knochens durch kleine Bohrungen, um Stammzellen aus dem Knochenmark in den Defekt einwandern zu lassen und die Bildung von Ersatzknorpel anzuregen
  • Anbohrung (Pridie-Bohrung): Ähnliches Prinzip wie die Mikrofrakturierung, mit feinen Bohrkanälen zur Stimulation der körpereigenen Reparaturmechanismen
  • Abrasionsarthroplastik: Entfernung der geschädigten Knorpelschicht und Anfrischung des Knochens zur Bildung von Narbenknorpel


Matrixgestützte Verfahren


  • AMIC (Autologous Matrix-Induced Chondrogenesis): Kombination der Mikrofrakturierung mit einer speziellen Kollagenmembran, die über den Defekt gelegt wird und als Leitstruktur für die einwandernden Zellen dient
  • Minced Cartilage: Verwendung von körpereigenem Knorpelgewebe, das entnommen, zerkleinert und in den Defekt eingebracht wird, um die Knorpelregeneration zu fördern


Knorpeltransplantation


  • ACT (Autologe Chondrozyten-Transplantation): Zweizeitiges Verfahren, bei dem in einem ersten Eingriff körpereigene Knorpelzellen entnommen, im Labor vermehrt und in einer zweiten Operation in den Defekt eingebracht werden
  • MACT (Matrix-gekoppelte autologe Chondrozyten-Transplantation): Weiterentwicklung der ACT, bei der die gezüchteten Knorpelzellen auf einer Trägermatrix aufgebracht werden
  • OATS (Osteochondral Autograft Transfer System): Übertragung von Knorpel-Knochen-Zylindern aus weniger belasteten Bereichen des Kniegelenks in den Defekt (wird nicht mehr durchgeführt)


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung ist entscheidend für den Erfolg der Knorpelregeneration und variiert je nach angewendetem Verfahren:

  • Entlastung: Teilbelastung an Unterarmgehstützen für mehrere Wochen, abhängig vom Operationsverfahren
  • Physiotherapie: Strukturiertes Rehabilitationsprogramm mit zunächst passiver, später aktiver Mobilisation und schrittweisem Belastungsaufbau
  • Motorschiene (CPM): In manchen Fällen kontinuierliche passive Bewegung zur Förderung der Knorpelernährung
  • Sportfähigkeit: Schrittweise Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten frühestens nach 6–12 Monaten, abhängig vom Heilungsverlauf
  • Nachkontrollen: Regelmässige klinische und bildgebende Kontrollen zur Beurteilung der Knorpelheilung


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Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Knorpelregeneration geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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