Patella Luxation / Instabilität

Autor:

Dr. med. Matthias Jacobi

Ärzte Knie-Team

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne, meist nach aussen, wobei von Patella-Instabilität gesprochen wird, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen besteht. Die Ursachen sind oft multifaktoriell und umfassen anatomische Besonderheiten wie eine flache Gleitrinne oder X-Bein-Stellung, Bindegewebsschwäche, Muskeldysbalancen sowie Verletzungen durch Verdrehungen oder direkte Gewalteinwirkung. Die Behandlung reicht von konservativer Therapie mit Physiotherapie und gezieltem Muskelaufbau bei Erstluxation bis hin zur operativen Stabilisierung durch MPFL-Rekonstruktion, Tuberositas-Versetzung oder Trochleaplastik bei wiederholten Luxationen oder anatomischen Auffälligkeiten.

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Was ist eine Patellaluxation / Patella-Instabilität?


Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position in der Gleitrinne des Oberschenkelknochens. Die Kniescheibe gleitet normalerweise in einer knöchernen Rinne (Trochlea) und wird durch Bänder, Muskeln und die Form der Gelenkflächen in ihrer Position gehalten. Bei einer Luxation springt die Kniescheibe, meist nach aussen, aus dieser Führung heraus. Von einer Patella-Instabilität spricht man, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen oder einem Instabilitätsgefühl besteht, auch ohne dass es zu einer vollständigen Verrenkung kommt.


Ursachen


Die Ursachen für Patellaluxationen sind häufig multifaktoriell und können angeboren oder erworben sein:

  • Plötzliche Verdrehung oder Richtungswechsel des Knies bei fixiertem Fuss, häufig bei sportlichen Aktivitäten
  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Kniescheibe mit seitlicher Krafteinwirkung
  • Anatomische Besonderheiten wie eine flache oder zu weit aussen liegende Kniescheibe, eine flache Gleitrinne oder eine ungünstige Beinachse (X-Bein-Stellung)
  • Bindegewebsschwäche oder Hypermobilität mit lockeren Bändern und Kapselstrukturen
  • Muskelschwäche oder -dysbalance, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur
  • Höhergradige Belastung bei vorbestehender Instabilität durch wiederholte Subluxationen


Symptome


Die Beschwerden können je nach Schweregrad und Häufigkeit der Luxationen unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • Plötzlicher, starker Schmerz im vorderen Kniebereich zum Zeitpunkt der Luxation
  • Sichtbare Verformung des Knies mit deutlich verschobener Kniescheibe bei akuter Luxation
  • Rasche Schwellung des Kniegelenks und Bildung eines Gelenkergusses
  • Instabilitätsgefühl oder Unsicherheit beim Gehen, insbesondere bei Drehbewegungen oder auf unebenem Untergrund
  • Wiederkehrendes «Wegknicken» oder Gefühl, dass die Kniescheibe herausspringt
  • Bewegungseinschränkung und Schonhaltung des betroffenen Beines


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Befragung, der klinischen Untersuchung und ergänzender bildgebender Verfahren gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Kniescheibenstellung, Durchführung spezifischer Stabilitätstests wie Apprehension-Test und Prüfung der Gleitbewegung der Patella
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Kniescheibe zur Beurteilung der anatomischen Verhältnisse und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Beurteilung von Weichteilstrukturen wie dem medialen patellofemoralen Ligament (MPFL), Knorpelschäden und Knochenprellungen
  • Computertomographie (CT): Falls notwendig zur Rotationsbestimmung und zur Beurteilung der knöchernen Anatomie


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Kreuzbandverletzungen oder andere Bandinstabilitäten des Kniegelenks
  • Meniskusverletzungen mit mechanischen Symptomen
  • Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose) oder Knorpelschäden
  • Patellaspitzensyndrom oder andere Sehnenansatzbeschwerden


Konservative Therapie


Bei erstmaliger Luxation ohne wesentliche strukturelle Schäden oder bei milder Instabilität wird zunächst eine nicht-operative Behandlung empfohlen:

  • Ruhigstellung: Vorübergehende Stabilisierung mit einer Knieorthese oder Schiene, insbesondere in der Akutphase
  • Medikamente: Entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate zur Behandlung der akuten Beschwerden und Schwellung
  • Physiotherapie: Gezieltes Training der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des Musculus vastus medialis, zur Verbesserung der Führung der Kniescheibe und Stabilisierung des Gelenks
  • Anpassung von Aktivitäten: Vermeidung von Risikobewegungen wie schnellen Richtungswechseln oder Drehbewegungen sowie Sportarten mit hohem Luxationsrisiko
  • Taping oder Bandagen: Unterstützung der Kniescheibenführung durch spezielle Anlagetechniken


Operative Therapie


Bei wiederholten Luxationen, relevanten anatomischen Auffälligkeiten oder Versagen der konservativen Therapie kann eine operative Stabilisierung notwendig werden.

  • MPFL-Refixation oder Rekonstruktion: Wiederherstellung des medialen patellofemoralen Ligaments durch eine Refixation oder mittels körpereigener Sehne zur Stabilisierung der Kniescheibe gegen seitliches Herausspringen
  • Tuberositas-Versetzung: Verlagerung des Kniescheibensehnenansatzes bei ungünstiger anatomischer Stellung zur Verbesserung der Zugrichtung
  • Trochleaplastik: Vertiefung der Gleitrinne bei hochgradiger Abflachung zur Verbesserung der knöchernen Führung
  • Lateral Release: Verlängerung der äusseren Gelenkskapsel, falls diese zu straff ist
  • Achskorrektur: Zur Korrektur eines X-Beines, welches die Luxation der Patella begünstigt
  • Rotationskorrektur: Zur Korrektur einer Fehlrotation, welche eine Luxation begünstigen kann
  • Knorpelreparatur: Falls gleichzeitig Knorpelschäden repariert werden müssen
  • Kombinationseingriffe: Korrektur mehrerer anatomischer Faktoren sowie Behandlung von Knorpelschäden im Rahmen derselben Operation


Nachbehandlung


Nach der Operation ist ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm entscheidend für den Behandlungserfolg. Die Nachbehandlung erfolgt meist mit vorübergehender Teilbelastung und Bewegungslimitierung in den ersten Wochen, abhängig vom durchgeführten Eingriff. Eine intensive Physiotherapie mit schrittweisem Aufbau von Beweglichkeit, Kraft und Koordination ist essentiell für die Wiederherstellung der Kniefunktion. Die vollständige Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten erfolgt in der Regel nach vier bis sechs Monaten. Regelmässige ärztliche Kontrollen begleiten den Heilungsverlauf und die schrittweise Belastungssteigerung.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Patellaluxation / Instabilität geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Orthopädie Rosenberg

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© 2026. All Rights Reserved.

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Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne, meist nach aussen, wobei von Patella-Instabilität gesprochen wird, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen besteht. Die Ursachen sind oft multifaktoriell und umfassen anatomische Besonderheiten wie eine flache Gleitrinne oder X-Bein-Stellung, Bindegewebsschwäche, Muskeldysbalancen sowie Verletzungen durch Verdrehungen oder direkte Gewalteinwirkung. Die Behandlung reicht von konservativer Therapie mit Physiotherapie und gezieltem Muskelaufbau bei Erstluxation bis hin zur operativen Stabilisierung durch MPFL-Rekonstruktion, Tuberositas-Versetzung oder Trochleaplastik bei wiederholten Luxationen oder anatomischen Auffälligkeiten.

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Was ist eine Patellaluxation / Patella-Instabilität?


Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position in der Gleitrinne des Oberschenkelknochens. Die Kniescheibe gleitet normalerweise in einer knöchernen Rinne (Trochlea) und wird durch Bänder, Muskeln und die Form der Gelenkflächen in ihrer Position gehalten. Bei einer Luxation springt die Kniescheibe, meist nach aussen, aus dieser Führung heraus. Von einer Patella-Instabilität spricht man, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen oder einem Instabilitätsgefühl besteht, auch ohne dass es zu einer vollständigen Verrenkung kommt.


Ursachen


Die Ursachen für Patellaluxationen sind häufig multifaktoriell und können angeboren oder erworben sein:

  • Plötzliche Verdrehung oder Richtungswechsel des Knies bei fixiertem Fuss, häufig bei sportlichen Aktivitäten
  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Kniescheibe mit seitlicher Krafteinwirkung
  • Anatomische Besonderheiten wie eine flache oder zu weit aussen liegende Kniescheibe, eine flache Gleitrinne oder eine ungünstige Beinachse (X-Bein-Stellung)
  • Bindegewebsschwäche oder Hypermobilität mit lockeren Bändern und Kapselstrukturen
  • Muskelschwäche oder -dysbalance, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur
  • Höhergradige Belastung bei vorbestehender Instabilität durch wiederholte Subluxationen


Symptome


Die Beschwerden können je nach Schweregrad und Häufigkeit der Luxationen unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • Plötzlicher, starker Schmerz im vorderen Kniebereich zum Zeitpunkt der Luxation
  • Sichtbare Verformung des Knies mit deutlich verschobener Kniescheibe bei akuter Luxation
  • Rasche Schwellung des Kniegelenks und Bildung eines Gelenkergusses
  • Instabilitätsgefühl oder Unsicherheit beim Gehen, insbesondere bei Drehbewegungen oder auf unebenem Untergrund
  • Wiederkehrendes «Wegknicken» oder Gefühl, dass die Kniescheibe herausspringt
  • Bewegungseinschränkung und Schonhaltung des betroffenen Beines


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Befragung, der klinischen Untersuchung und ergänzender bildgebender Verfahren gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Kniescheibenstellung, Durchführung spezifischer Stabilitätstests wie Apprehension-Test und Prüfung der Gleitbewegung der Patella
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Kniescheibe zur Beurteilung der anatomischen Verhältnisse und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Beurteilung von Weichteilstrukturen wie dem medialen patellofemoralen Ligament (MPFL), Knorpelschäden und Knochenprellungen
  • Computertomographie (CT): Falls notwendig zur Rotationsbestimmung und zur Beurteilung der knöchernen Anatomie


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Kreuzbandverletzungen oder andere Bandinstabilitäten des Kniegelenks
  • Meniskusverletzungen mit mechanischen Symptomen
  • Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose) oder Knorpelschäden
  • Patellaspitzensyndrom oder andere Sehnenansatzbeschwerden


Konservative Therapie


Bei erstmaliger Luxation ohne wesentliche strukturelle Schäden oder bei milder Instabilität wird zunächst eine nicht-operative Behandlung empfohlen:

  • Ruhigstellung: Vorübergehende Stabilisierung mit einer Knieorthese oder Schiene, insbesondere in der Akutphase
  • Medikamente: Entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate zur Behandlung der akuten Beschwerden und Schwellung
  • Physiotherapie: Gezieltes Training der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des Musculus vastus medialis, zur Verbesserung der Führung der Kniescheibe und Stabilisierung des Gelenks
  • Anpassung von Aktivitäten: Vermeidung von Risikobewegungen wie schnellen Richtungswechseln oder Drehbewegungen sowie Sportarten mit hohem Luxationsrisiko
  • Taping oder Bandagen: Unterstützung der Kniescheibenführung durch spezielle Anlagetechniken


Operative Therapie


Bei wiederholten Luxationen, relevanten anatomischen Auffälligkeiten oder Versagen der konservativen Therapie kann eine operative Stabilisierung notwendig werden.

  • MPFL-Refixation oder Rekonstruktion: Wiederherstellung des medialen patellofemoralen Ligaments durch eine Refixation oder mittels körpereigener Sehne zur Stabilisierung der Kniescheibe gegen seitliches Herausspringen
  • Tuberositas-Versetzung: Verlagerung des Kniescheibensehnenansatzes bei ungünstiger anatomischer Stellung zur Verbesserung der Zugrichtung
  • Trochleaplastik: Vertiefung der Gleitrinne bei hochgradiger Abflachung zur Verbesserung der knöchernen Führung
  • Lateral Release: Verlängerung der äusseren Gelenkskapsel, falls diese zu straff ist
  • Achskorrektur: Zur Korrektur eines X-Beines, welches die Luxation der Patella begünstigt
  • Rotationskorrektur: Zur Korrektur einer Fehlrotation, welche eine Luxation begünstigen kann
  • Knorpelreparatur: Falls gleichzeitig Knorpelschäden repariert werden müssen
  • Kombinationseingriffe: Korrektur mehrerer anatomischer Faktoren sowie Behandlung von Knorpelschäden im Rahmen derselben Operation


Nachbehandlung


Nach der Operation ist ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm entscheidend für den Behandlungserfolg. Die Nachbehandlung erfolgt meist mit vorübergehender Teilbelastung und Bewegungslimitierung in den ersten Wochen, abhängig vom durchgeführten Eingriff. Eine intensive Physiotherapie mit schrittweisem Aufbau von Beweglichkeit, Kraft und Koordination ist essentiell für die Wiederherstellung der Kniefunktion. Die vollständige Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten erfolgt in der Regel nach vier bis sechs Monaten. Regelmässige ärztliche Kontrollen begleiten den Heilungsverlauf und die schrittweise Belastungssteigerung.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Patellaluxation / Instabilität geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne, meist nach aussen, wobei von Patella-Instabilität gesprochen wird, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen besteht. Die Ursachen sind oft multifaktoriell und umfassen anatomische Besonderheiten wie eine flache Gleitrinne oder X-Bein-Stellung, Bindegewebsschwäche, Muskeldysbalancen sowie Verletzungen durch Verdrehungen oder direkte Gewalteinwirkung. Die Behandlung reicht von konservativer Therapie mit Physiotherapie und gezieltem Muskelaufbau bei Erstluxation bis hin zur operativen Stabilisierung durch MPFL-Rekonstruktion, Tuberositas-Versetzung oder Trochleaplastik bei wiederholten Luxationen oder anatomischen Auffälligkeiten.

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Eine Patellaluxation bezeichnet das Herausspringen der Kniescheibe (Patella) aus ihrer normalen Position in der Gleitrinne des Oberschenkelknochens. Die Kniescheibe gleitet normalerweise in einer knöchernen Rinne (Trochlea) und wird durch Bänder, Muskeln und die Form der Gelenkflächen in ihrer Position gehalten. Bei einer Luxation springt die Kniescheibe, meist nach aussen, aus dieser Führung heraus. Von einer Patella-Instabilität spricht man, wenn eine erhöhte Neigung zu wiederholten Luxationen oder einem Instabilitätsgefühl besteht, auch ohne dass es zu einer vollständigen Verrenkung kommt.


Ursachen


Die Ursachen für Patellaluxationen sind häufig multifaktoriell und können angeboren oder erworben sein:

  • Plötzliche Verdrehung oder Richtungswechsel des Knies bei fixiertem Fuss, häufig bei sportlichen Aktivitäten
  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Kniescheibe mit seitlicher Krafteinwirkung
  • Anatomische Besonderheiten wie eine flache oder zu weit aussen liegende Kniescheibe, eine flache Gleitrinne oder eine ungünstige Beinachse (X-Bein-Stellung)
  • Bindegewebsschwäche oder Hypermobilität mit lockeren Bändern und Kapselstrukturen
  • Muskelschwäche oder -dysbalance, insbesondere der Oberschenkelmuskulatur
  • Höhergradige Belastung bei vorbestehender Instabilität durch wiederholte Subluxationen


Symptome


Die Beschwerden können je nach Schweregrad und Häufigkeit der Luxationen unterschiedlich ausgeprägt sein:

  • Plötzlicher, starker Schmerz im vorderen Kniebereich zum Zeitpunkt der Luxation
  • Sichtbare Verformung des Knies mit deutlich verschobener Kniescheibe bei akuter Luxation
  • Rasche Schwellung des Kniegelenks und Bildung eines Gelenkergusses
  • Instabilitätsgefühl oder Unsicherheit beim Gehen, insbesondere bei Drehbewegungen oder auf unebenem Untergrund
  • Wiederkehrendes «Wegknicken» oder Gefühl, dass die Kniescheibe herausspringt
  • Bewegungseinschränkung und Schonhaltung des betroffenen Beines


Diagnose


Die Diagnose wird anhand der Befragung, der klinischen Untersuchung und ergänzender bildgebender Verfahren gestellt.

  • Klinische Untersuchung: Beurteilung der Kniescheibenstellung, Durchführung spezifischer Stabilitätstests wie Apprehension-Test und Prüfung der Gleitbewegung der Patella
  • Röntgenuntersuchung: Darstellung der Kniescheibe zur Beurteilung der anatomischen Verhältnisse und Ausschluss knöcherner Begleitverletzungen
  • Magnetresonanztomographie (MRI): Beurteilung von Weichteilstrukturen wie dem medialen patellofemoralen Ligament (MPFL), Knorpelschäden und Knochenprellungen
  • Computertomographie (CT): Falls notwendig zur Rotationsbestimmung und zur Beurteilung der knöchernen Anatomie


Differentialdiagnose


Bei ähnlichen Beschwerden sollten andere Ursachen in Betracht gezogen werden, unter anderem:

  • Kreuzbandverletzungen oder andere Bandinstabilitäten des Kniegelenks
  • Meniskusverletzungen mit mechanischen Symptomen
  • Kniescheibenarthrose (Retropatellararthrose) oder Knorpelschäden
  • Patellaspitzensyndrom oder andere Sehnenansatzbeschwerden


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Bei erstmaliger Luxation ohne wesentliche strukturelle Schäden oder bei milder Instabilität wird zunächst eine nicht-operative Behandlung empfohlen:

  • Ruhigstellung: Vorübergehende Stabilisierung mit einer Knieorthese oder Schiene, insbesondere in der Akutphase
  • Medikamente: Entzündungshemmende und schmerzlindernde Präparate zur Behandlung der akuten Beschwerden und Schwellung
  • Physiotherapie: Gezieltes Training der Oberschenkelmuskulatur, insbesondere des Musculus vastus medialis, zur Verbesserung der Führung der Kniescheibe und Stabilisierung des Gelenks
  • Anpassung von Aktivitäten: Vermeidung von Risikobewegungen wie schnellen Richtungswechseln oder Drehbewegungen sowie Sportarten mit hohem Luxationsrisiko
  • Taping oder Bandagen: Unterstützung der Kniescheibenführung durch spezielle Anlagetechniken


Operative Therapie


Bei wiederholten Luxationen, relevanten anatomischen Auffälligkeiten oder Versagen der konservativen Therapie kann eine operative Stabilisierung notwendig werden.

  • MPFL-Refixation oder Rekonstruktion: Wiederherstellung des medialen patellofemoralen Ligaments durch eine Refixation oder mittels körpereigener Sehne zur Stabilisierung der Kniescheibe gegen seitliches Herausspringen
  • Tuberositas-Versetzung: Verlagerung des Kniescheibensehnenansatzes bei ungünstiger anatomischer Stellung zur Verbesserung der Zugrichtung
  • Trochleaplastik: Vertiefung der Gleitrinne bei hochgradiger Abflachung zur Verbesserung der knöchernen Führung
  • Lateral Release: Verlängerung der äusseren Gelenkskapsel, falls diese zu straff ist
  • Achskorrektur: Zur Korrektur eines X-Beines, welches die Luxation der Patella begünstigt
  • Rotationskorrektur: Zur Korrektur einer Fehlrotation, welche eine Luxation begünstigen kann
  • Knorpelreparatur: Falls gleichzeitig Knorpelschäden repariert werden müssen
  • Kombinationseingriffe: Korrektur mehrerer anatomischer Faktoren sowie Behandlung von Knorpelschäden im Rahmen derselben Operation


Nachbehandlung


Nach der Operation ist ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm entscheidend für den Behandlungserfolg. Die Nachbehandlung erfolgt meist mit vorübergehender Teilbelastung und Bewegungslimitierung in den ersten Wochen, abhängig vom durchgeführten Eingriff. Eine intensive Physiotherapie mit schrittweisem Aufbau von Beweglichkeit, Kraft und Koordination ist essentiell für die Wiederherstellung der Kniefunktion. Die vollständige Rückkehr zu sportlichen Aktivitäten erfolgt in der Regel nach vier bis sechs Monaten. Regelmässige ärztliche Kontrollen begleiten den Heilungsverlauf und die schrittweise Belastungssteigerung.


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Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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