Instabilität AC-Gelenk

Autor:

Dr. med. Adrian Schneider / Dr. med. Thomas Ebert

Ärzte Schulter-Team

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Die AC-Instabilität entsteht nach Unfall und betrifft das Schultereckgelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Typische Symptome sind Schmerzen oben an der Schulter, Druckschmerz, Bewegungsschmerz und Instabilität. Leichte Formen werden konservativ behandelt, schwere oder chronische Fälle operativ mit Nachbehandlung.

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Was ist eine AC-Instabilität?


Das AC-Gelenk (Akromioklavikulargelenk, auch Schultereckgelenk) ist die Gelenkverbindung zwischen dem äusseren Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem Schulterdach (Akromion) des Schulterblatts.

Stabilisiert wird es durch die Kapsel-Band-Strukturen direkt am AC-Gelenk und die Korakoklavikularbänder (CC-Bänder) zwischen Schlüsselbein und Rabenschnabelfortsatz (Coracoid).

Von einer AC-Instabilität bzw. AC-Gelenks-Instabilität spricht man, wenn diese Bänder überdehnt oder gerissen sind, das Schultereckgelenk locker oder verschoben ist, oder das äussere Schlüsselbeinende häufig sichtbar hochsteht.


Umgangssprachliche Bezeichnungen:

  • Schultereckgelenks-Sprengung
  • AC-Gelenksprengung
  • Schultereckgelenks-Verletzung


Ursachen


Die häufigste Ursache einer AC-Gelenksinstabilität ist ein Sturz auf die Schulter.

Typische Situationen:

  • Sturz beim Radfahren, Mountainbiken
  • Sturz beim Skifahren oder Snowboarden
  • Kontakt- und Kampfsport (Fussball, Handball, Rugby, Judo, Eishockey)
  • Sturz im Alltag (Treppe, Leiter, glatter Untergrund)


Mechanismus:

  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Schulterspitze
  • Kapsel und Bänder des Schultereckgelenks werden überdehnt oder abgerissen
  • je nach Schweregrad: leichte Zerrung, komplette AC-Gelenksprengung mit deutlicher Fehlstellung des Schlüsselbeins


Weitere Ursachen / begünstigende Faktoren:

  • wiederholte Mikrotraumen bei Kontakt- oder Wurfsportarten
  • frühere AC-Gelenksverletzung, die nicht vollständig ausheilen konnte
  • selten: chronische Banderschlaffung oder starke AC-Gelenksarthrose


Symptome


Typische Symptome einer AC-Gelenksverletzung:

  • Starke Schmerzen oben an der Schulter, direkt über dem Schultereckgelenk
  • Deutlicher Druckschmerz am äusseren Schlüsselbeinende
  • Schwellung, Rötung, Bluterguss im Bereich des AC-Gelenks
  • Schmerzen bei: seitlichem Anheben des Arms, Überkopfbewegungen, quer vor den Körper Führen des Arms (z.B. Gurt greifen, Jacke anziehen)
  • Belastungsschmerz: beim Tragen von Taschen, beim Stützen auf dem Ellenbogen oder der Schulter
  • Gefühl der Lockerheit oder Instabilität im Schultereckgelenk
  • Sichtbare oder tastbare Stufe: das Schlüsselbein steht hoch (sog. Klaviertastenphänomen)
  • Bei chronischer AC-Instabilität: anhaltende Schmerzen am Schultereckgelenk bei Belastung, Beschwerden bei Sport (v.a. Kontakt- und Wurfsportarten, Krafttraining), gelegentliche „Blockade-“ oder Instabilitätsgefühle im Schultergürtel


Diagnose


Die Diagnose der AC-Gelenks-Instabilität erfolgt durch:

Anamnese (ärztliches Gespräch):

  • Wie genau ist der Unfall passiert (Sturz, Schlag, Sport)?
  • Seit wann bestehen Schmerzen am Schultereckgelenk?
  • Verstärkung der Schmerzen bei Belastung, Überkopfbewegungen, Querführen des Arms?
  • Vorbestehende Schulter- oder Schlüsselbeinverletzungen?


Körperliche Untersuchung:

  • Inspektion (Anschauen):
    • Schwellung, Bluterguss
    • sichtbarer Hochstand des Schlüsselbeins
    • Stufe am Schultereckgelenk
  • Palpation (Abtasten):
    • lokaler Druckschmerz am AC-Gelenk
    • „Wippen“ oder „Federn“ des Schlüsselbeinendes (Klaviertastenphänomen)
  • Funktions- und Provokationstests:
    • Schmerz bei Queradduktion (Arm vor dem Körper kreuzen)
    • Schmerz bei Druck auf das Schulterdach
    • Überprüfung der Schulterbeweglichkeit insgesamt
  • Vergleich mit der nicht betroffenen Schulter


Bildgebung:

Röntgen des Schultergürtels:

  • Standardaufnahmen und spezielle AC-Gelenksaufnahmen
  • Selten seitenvergleichende Stressaufnahmen mit Gewichten
  • Beurteilung:
    • Stellung von Schlüsselbein und Schulterdach
    • Abstand zwischen Schlüsselbein und Coracoid (CC-Abstand)
    • Einteilung nach Rockwood-Klassifikation (Typ I–VI)


MRT:

    • Beurteilung von Bändern, Kapsel, Rotatorenmanschette, Schleimbeuteln
    • sinnvoll bei unklaren Befunden oder Verdacht auf zusätzliche Weichteilverletzungen


CT:

    • detaillierte Darstellung knöcherner Strukturen
    • v.a. bei Verdacht auf knöcherne Ausrisse oder Frakturen


Differentialdiagnose


Nicht jeder Schmerz im Bereich der Schulterspitze bedeutet eine AC-Gelenksinstabilität. Ähnliche Beschwerden können verursacht werden durch:

  • Prellung oder Zerrung des AC-Gelenks ohne echte Instabilität
  • AC-Gelenksarthrose (Verschleiss des Schultereckgelenks)
  • Entzündung oder Reizung des Schleimbeutels unter dem AC-Gelenk
  • Rotatorenmanschetten-Ruptur (Sehnenriss der Schulter)
  • Subakromiales Impingement-Syndrom
  • Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)
  • Fraktur des Schulterdachs (Akromionfraktur)
  • Zervikale Radikulopathie (ausstrahlende Schmerzen von der Halswirbelsäule)


Eine sorgfältige Differentialdiagnose bei Schulterschmerz oben hilft, die richtige Therapie auszuwählen.


Konservative Therapie


Die Therapie richtet sich nach:

  • Schweregrad der AC-Gelenksprengung (z.B. Rockwood-Typ I–VI)
  • Alter und Funktionsanspruch
  • Beschwerden in Beruf und Sport


Viele leichtere Formen (Rockwood I–II, teils III) können ohne Operation erfolgreich behandelt werden.


Operative Therapie


Eine Operation des AC-Gelenks wird in Betracht gezogen bei:

  • hochgradigen AC-Gelenksprengungen (manchmal Rockwood III, oft Rockwood IV–VI)
  • ausgeprägter Fehlstellung mit deutlich sichtbarem Hochstand des Schlüsselbeins
  • anhaltenden Schmerzen und Instabilitätsgefühl trotz konservativer Therapie
  • jungen, sportlich aktiven Patienten mit hoher Schulterbelastung
  • chronischer AC-Instabilität nach alter Verletzung


Ziel ist eine Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie, damit die gerissenen Bänder und Kapselstrukturen heilen können. Die Rekonstruktion erfolgt meist mit Faden- oder Button-Systemen, alternativ auch mit einer Hakenplatte.

Bei akuten Verletzungen, die innert zwei Wochen versorgt werden, ist eine isolierte Stabilisierung des AC-Gelenkes ausreichend. Dies ermöglicht eine Vernarbung der gerissenen Strukturen (CC-Bänder, Gelenkkapsel), so dass das AC-Gelenk auch langfristig stabil bleibt.

Bei chronischen AC-Instabilitäten, bei denen die Verletzung länger als 2 Wochen zurückliegt, ist das Heilungspotenzial der verletzten Strukturen nicht mehr vorhanden. Aus diesem Grund muss eine Rekonstruktion im chronischen Fall mit einer Spendersehne verstärkt werden.

In manchen Fällen (z.B. bei bestehender AC-Gelenksarthrose) wird ein kleiner Anteil des äusseren Schlüsselbeins entfernt, um Schmerzreduktion zu erreichen.


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung nach AC-Gelenksrekonstruktion ist entscheidend für ein stabiles und belastbares Ergebnis.


Schutz- und Heilungsphase:

  • Tragen einer Schulter- oder Armschlinge (häufig 6 Wochen)
  • Keine schweren Lasten, kein Stützen auf dem Arm, keine plötzlichen Bewegungen
  • Erlaubt: Bewegungen von Hand, Handgelenk und Ellenbogen, passive Schulterbewegungen mit limitiertem Radius


Bewegungsaufbau:

  • Beginn mit passiven und assistiven Bewegungen der Schulter
  • Stufenweise Erweiterung des Bewegungsumfangs in alle Richtungen
  • Ziel: Vermeidung von Schultersteife, schmerzfreier, funktioneller Bewegungsradius


Kräftigung und Stabilisation:

  • Start mit sanften Kräftigungsübungen für Schulter, Schulterblatt und Rumpf
  • Progressiver Muskelaufbau: Rotatorenmanschette, Schulterblattstabilisatoren, Nacken- und Rumpfmuskulatur, Koordinations- und Haltungstraining


Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport:

  • Alltagsaktivitäten schrittweise erweitern
  • Bürotätigkeit meist nach einigen Wochen möglich
  • körperlich schwere Arbeit und Überkopfarbeiten deutlich später, nach individueller Freigabe
  • Return to Sport:
    • früh: Fahrrad-Ergometer, Walking
    • später: Schwimmen, Krafttraining
    • zuletzt: Kontakt- und Sturzsportarten (z.B. Fussball, Rugby, Mountainbiken) nur nach eindeutiger ärztlicher Freigabe


Die vollständige Heilungs- und Anpassungsphase der rekonstruierten Bänder kann mehrere Monate dauern.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Instabilität des AC-Gelenkes geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

Kontakt

Orthopädie Rosenberg

Praxis-Öffnungszeiten

Montag

08:00 -18:00 Uhr

08:00 -18:00 Uhr

Dienstag - Freitag

08:00-17:00 Uhr

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Samstag - Sonntag

geschlossen

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Telefon +41 71 242 40 40

Alle Standorte

Notfallnummer

+41 71 242 40 40

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Impressum

© 2026. All Rights Reserved.

Instabilität AC-Gelenk

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Dr. med. Adrian Schneider / Dr. med. Thomas Ebert

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Zusammenfassung

Die AC-Instabilität entsteht nach Unfall und betrifft das Schultereckgelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Typische Symptome sind Schmerzen oben an der Schulter, Druckschmerz, Bewegungsschmerz und Instabilität. Leichte Formen werden konservativ behandelt, schwere oder chronische Fälle operativ mit Nachbehandlung.

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Was ist eine AC-Instabilität?


Das AC-Gelenk (Akromioklavikulargelenk, auch Schultereckgelenk) ist die Gelenkverbindung zwischen dem äusseren Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem Schulterdach (Akromion) des Schulterblatts.

Stabilisiert wird es durch die Kapsel-Band-Strukturen direkt am AC-Gelenk und die Korakoklavikularbänder (CC-Bänder) zwischen Schlüsselbein und Rabenschnabelfortsatz (Coracoid).

Von einer AC-Instabilität bzw. AC-Gelenks-Instabilität spricht man, wenn diese Bänder überdehnt oder gerissen sind, das Schultereckgelenk locker oder verschoben ist, oder das äussere Schlüsselbeinende häufig sichtbar hochsteht.


Umgangssprachliche Bezeichnungen:

  • Schultereckgelenks-Sprengung
  • AC-Gelenksprengung
  • Schultereckgelenks-Verletzung


Ursachen


Die häufigste Ursache einer AC-Gelenksinstabilität ist ein Sturz auf die Schulter.

Typische Situationen:

  • Sturz beim Radfahren, Mountainbiken
  • Sturz beim Skifahren oder Snowboarden
  • Kontakt- und Kampfsport (Fussball, Handball, Rugby, Judo, Eishockey)
  • Sturz im Alltag (Treppe, Leiter, glatter Untergrund)


Mechanismus:

  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Schulterspitze
  • Kapsel und Bänder des Schultereckgelenks werden überdehnt oder abgerissen
  • je nach Schweregrad: leichte Zerrung, komplette AC-Gelenksprengung mit deutlicher Fehlstellung des Schlüsselbeins


Weitere Ursachen / begünstigende Faktoren:

  • wiederholte Mikrotraumen bei Kontakt- oder Wurfsportarten
  • frühere AC-Gelenksverletzung, die nicht vollständig ausheilen konnte
  • selten: chronische Banderschlaffung oder starke AC-Gelenksarthrose


Symptome


Typische Symptome einer AC-Gelenksverletzung:

  • Starke Schmerzen oben an der Schulter, direkt über dem Schultereckgelenk
  • Deutlicher Druckschmerz am äusseren Schlüsselbeinende
  • Schwellung, Rötung, Bluterguss im Bereich des AC-Gelenks
  • Schmerzen bei: seitlichem Anheben des Arms, Überkopfbewegungen, quer vor den Körper Führen des Arms (z.B. Gurt greifen, Jacke anziehen)
  • Belastungsschmerz: beim Tragen von Taschen, beim Stützen auf dem Ellenbogen oder der Schulter
  • Gefühl der Lockerheit oder Instabilität im Schultereckgelenk
  • Sichtbare oder tastbare Stufe: das Schlüsselbein steht hoch (sog. Klaviertastenphänomen)
  • Bei chronischer AC-Instabilität: anhaltende Schmerzen am Schultereckgelenk bei Belastung, Beschwerden bei Sport (v.a. Kontakt- und Wurfsportarten, Krafttraining), gelegentliche „Blockade-“ oder Instabilitätsgefühle im Schultergürtel


Diagnose


Die Diagnose der AC-Gelenks-Instabilität erfolgt durch:

Anamnese (ärztliches Gespräch):

  • Wie genau ist der Unfall passiert (Sturz, Schlag, Sport)?
  • Seit wann bestehen Schmerzen am Schultereckgelenk?
  • Verstärkung der Schmerzen bei Belastung, Überkopfbewegungen, Querführen des Arms?
  • Vorbestehende Schulter- oder Schlüsselbeinverletzungen?


Körperliche Untersuchung:

  • Inspektion (Anschauen):
    • Schwellung, Bluterguss
    • sichtbarer Hochstand des Schlüsselbeins
    • Stufe am Schultereckgelenk
  • Palpation (Abtasten):
    • lokaler Druckschmerz am AC-Gelenk
    • „Wippen“ oder „Federn“ des Schlüsselbeinendes (Klaviertastenphänomen)
  • Funktions- und Provokationstests:
    • Schmerz bei Queradduktion (Arm vor dem Körper kreuzen)
    • Schmerz bei Druck auf das Schulterdach
    • Überprüfung der Schulterbeweglichkeit insgesamt
  • Vergleich mit der nicht betroffenen Schulter


Bildgebung:

Röntgen des Schultergürtels:

  • Standardaufnahmen und spezielle AC-Gelenksaufnahmen
  • Selten seitenvergleichende Stressaufnahmen mit Gewichten
  • Beurteilung:
    • Stellung von Schlüsselbein und Schulterdach
    • Abstand zwischen Schlüsselbein und Coracoid (CC-Abstand)
    • Einteilung nach Rockwood-Klassifikation (Typ I–VI)


MRT:

    • Beurteilung von Bändern, Kapsel, Rotatorenmanschette, Schleimbeuteln
    • sinnvoll bei unklaren Befunden oder Verdacht auf zusätzliche Weichteilverletzungen


CT:

    • detaillierte Darstellung knöcherner Strukturen
    • v.a. bei Verdacht auf knöcherne Ausrisse oder Frakturen


Differentialdiagnose


Nicht jeder Schmerz im Bereich der Schulterspitze bedeutet eine AC-Gelenksinstabilität. Ähnliche Beschwerden können verursacht werden durch:

  • Prellung oder Zerrung des AC-Gelenks ohne echte Instabilität
  • AC-Gelenksarthrose (Verschleiss des Schultereckgelenks)
  • Entzündung oder Reizung des Schleimbeutels unter dem AC-Gelenk
  • Rotatorenmanschetten-Ruptur (Sehnenriss der Schulter)
  • Subakromiales Impingement-Syndrom
  • Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)
  • Fraktur des Schulterdachs (Akromionfraktur)
  • Zervikale Radikulopathie (ausstrahlende Schmerzen von der Halswirbelsäule)


Eine sorgfältige Differentialdiagnose bei Schulterschmerz oben hilft, die richtige Therapie auszuwählen.


Konservative Therapie


Die Therapie richtet sich nach:

  • Schweregrad der AC-Gelenksprengung (z.B. Rockwood-Typ I–VI)
  • Alter und Funktionsanspruch
  • Beschwerden in Beruf und Sport


Viele leichtere Formen (Rockwood I–II, teils III) können ohne Operation erfolgreich behandelt werden.


Operative Therapie


Eine Operation des AC-Gelenks wird in Betracht gezogen bei:

  • hochgradigen AC-Gelenksprengungen (manchmal Rockwood III, oft Rockwood IV–VI)
  • ausgeprägter Fehlstellung mit deutlich sichtbarem Hochstand des Schlüsselbeins
  • anhaltenden Schmerzen und Instabilitätsgefühl trotz konservativer Therapie
  • jungen, sportlich aktiven Patienten mit hoher Schulterbelastung
  • chronischer AC-Instabilität nach alter Verletzung


Ziel ist eine Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie, damit die gerissenen Bänder und Kapselstrukturen heilen können. Die Rekonstruktion erfolgt meist mit Faden- oder Button-Systemen, alternativ auch mit einer Hakenplatte.

Bei akuten Verletzungen, die innert zwei Wochen versorgt werden, ist eine isolierte Stabilisierung des AC-Gelenkes ausreichend. Dies ermöglicht eine Vernarbung der gerissenen Strukturen (CC-Bänder, Gelenkkapsel), so dass das AC-Gelenk auch langfristig stabil bleibt.

Bei chronischen AC-Instabilitäten, bei denen die Verletzung länger als 2 Wochen zurückliegt, ist das Heilungspotenzial der verletzten Strukturen nicht mehr vorhanden. Aus diesem Grund muss eine Rekonstruktion im chronischen Fall mit einer Spendersehne verstärkt werden.

In manchen Fällen (z.B. bei bestehender AC-Gelenksarthrose) wird ein kleiner Anteil des äusseren Schlüsselbeins entfernt, um Schmerzreduktion zu erreichen.


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung nach AC-Gelenksrekonstruktion ist entscheidend für ein stabiles und belastbares Ergebnis.


Schutz- und Heilungsphase:

  • Tragen einer Schulter- oder Armschlinge (häufig 6 Wochen)
  • Keine schweren Lasten, kein Stützen auf dem Arm, keine plötzlichen Bewegungen
  • Erlaubt: Bewegungen von Hand, Handgelenk und Ellenbogen, passive Schulterbewegungen mit limitiertem Radius


Bewegungsaufbau:

  • Beginn mit passiven und assistiven Bewegungen der Schulter
  • Stufenweise Erweiterung des Bewegungsumfangs in alle Richtungen
  • Ziel: Vermeidung von Schultersteife, schmerzfreier, funktioneller Bewegungsradius


Kräftigung und Stabilisation:

  • Start mit sanften Kräftigungsübungen für Schulter, Schulterblatt und Rumpf
  • Progressiver Muskelaufbau: Rotatorenmanschette, Schulterblattstabilisatoren, Nacken- und Rumpfmuskulatur, Koordinations- und Haltungstraining


Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport:

  • Alltagsaktivitäten schrittweise erweitern
  • Bürotätigkeit meist nach einigen Wochen möglich
  • körperlich schwere Arbeit und Überkopfarbeiten deutlich später, nach individueller Freigabe
  • Return to Sport:
    • früh: Fahrrad-Ergometer, Walking
    • später: Schwimmen, Krafttraining
    • zuletzt: Kontakt- und Sturzsportarten (z.B. Fussball, Rugby, Mountainbiken) nur nach eindeutiger ärztlicher Freigabe


Die vollständige Heilungs- und Anpassungsphase der rekonstruierten Bänder kann mehrere Monate dauern.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Instabilität des AC-Gelenkes geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Montag

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Dienstag - Freitag

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Instabilität AC-Gelenk

Autor:

Dr. med. Adrian Schneider / Dr. med. Thomas Ebert

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Zusammenfassung

Die AC-Instabilität entsteht nach Unfall und betrifft das Schultereckgelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Typische Symptome sind Schmerzen oben an der Schulter, Druckschmerz, Bewegungsschmerz und Instabilität. Leichte Formen werden konservativ behandelt, schwere oder chronische Fälle operativ mit Nachbehandlung.

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Was ist eine AC-Instabilität?


Das AC-Gelenk (Akromioklavikulargelenk, auch Schultereckgelenk) ist die Gelenkverbindung zwischen dem äusseren Ende des Schlüsselbeins (Clavicula) und dem Schulterdach (Akromion) des Schulterblatts.

Stabilisiert wird es durch die Kapsel-Band-Strukturen direkt am AC-Gelenk und die Korakoklavikularbänder (CC-Bänder) zwischen Schlüsselbein und Rabenschnabelfortsatz (Coracoid).

Von einer AC-Instabilität bzw. AC-Gelenks-Instabilität spricht man, wenn diese Bänder überdehnt oder gerissen sind, das Schultereckgelenk locker oder verschoben ist, oder das äussere Schlüsselbeinende häufig sichtbar hochsteht.


Umgangssprachliche Bezeichnungen:

  • Schultereckgelenks-Sprengung
  • AC-Gelenksprengung
  • Schultereckgelenks-Verletzung


Ursachen


Die häufigste Ursache einer AC-Gelenksinstabilität ist ein Sturz auf die Schulter.

Typische Situationen:

  • Sturz beim Radfahren, Mountainbiken
  • Sturz beim Skifahren oder Snowboarden
  • Kontakt- und Kampfsport (Fussball, Handball, Rugby, Judo, Eishockey)
  • Sturz im Alltag (Treppe, Leiter, glatter Untergrund)


Mechanismus:

  • Direkter Schlag oder Sturz auf die Schulterspitze
  • Kapsel und Bänder des Schultereckgelenks werden überdehnt oder abgerissen
  • je nach Schweregrad: leichte Zerrung, komplette AC-Gelenksprengung mit deutlicher Fehlstellung des Schlüsselbeins


Weitere Ursachen / begünstigende Faktoren:

  • wiederholte Mikrotraumen bei Kontakt- oder Wurfsportarten
  • frühere AC-Gelenksverletzung, die nicht vollständig ausheilen konnte
  • selten: chronische Banderschlaffung oder starke AC-Gelenksarthrose


Symptome


Typische Symptome einer AC-Gelenksverletzung:

  • Starke Schmerzen oben an der Schulter, direkt über dem Schultereckgelenk
  • Deutlicher Druckschmerz am äusseren Schlüsselbeinende
  • Schwellung, Rötung, Bluterguss im Bereich des AC-Gelenks
  • Schmerzen bei: seitlichem Anheben des Arms, Überkopfbewegungen, quer vor den Körper Führen des Arms (z.B. Gurt greifen, Jacke anziehen)
  • Belastungsschmerz: beim Tragen von Taschen, beim Stützen auf dem Ellenbogen oder der Schulter
  • Gefühl der Lockerheit oder Instabilität im Schultereckgelenk
  • Sichtbare oder tastbare Stufe: das Schlüsselbein steht hoch (sog. Klaviertastenphänomen)
  • Bei chronischer AC-Instabilität: anhaltende Schmerzen am Schultereckgelenk bei Belastung, Beschwerden bei Sport (v.a. Kontakt- und Wurfsportarten, Krafttraining), gelegentliche „Blockade-“ oder Instabilitätsgefühle im Schultergürtel


Diagnose


Die Diagnose der AC-Gelenks-Instabilität erfolgt durch:

Anamnese (ärztliches Gespräch):

  • Wie genau ist der Unfall passiert (Sturz, Schlag, Sport)?
  • Seit wann bestehen Schmerzen am Schultereckgelenk?
  • Verstärkung der Schmerzen bei Belastung, Überkopfbewegungen, Querführen des Arms?
  • Vorbestehende Schulter- oder Schlüsselbeinverletzungen?


Körperliche Untersuchung:

  • Inspektion (Anschauen):
    • Schwellung, Bluterguss
    • sichtbarer Hochstand des Schlüsselbeins
    • Stufe am Schultereckgelenk
  • Palpation (Abtasten):
    • lokaler Druckschmerz am AC-Gelenk
    • „Wippen“ oder „Federn“ des Schlüsselbeinendes (Klaviertastenphänomen)
  • Funktions- und Provokationstests:
    • Schmerz bei Queradduktion (Arm vor dem Körper kreuzen)
    • Schmerz bei Druck auf das Schulterdach
    • Überprüfung der Schulterbeweglichkeit insgesamt
  • Vergleich mit der nicht betroffenen Schulter


Bildgebung:

Röntgen des Schultergürtels:

  • Standardaufnahmen und spezielle AC-Gelenksaufnahmen
  • Selten seitenvergleichende Stressaufnahmen mit Gewichten
  • Beurteilung:
    • Stellung von Schlüsselbein und Schulterdach
    • Abstand zwischen Schlüsselbein und Coracoid (CC-Abstand)
    • Einteilung nach Rockwood-Klassifikation (Typ I–VI)


MRT:

    • Beurteilung von Bändern, Kapsel, Rotatorenmanschette, Schleimbeuteln
    • sinnvoll bei unklaren Befunden oder Verdacht auf zusätzliche Weichteilverletzungen


CT:

    • detaillierte Darstellung knöcherner Strukturen
    • v.a. bei Verdacht auf knöcherne Ausrisse oder Frakturen


Differentialdiagnose


Nicht jeder Schmerz im Bereich der Schulterspitze bedeutet eine AC-Gelenksinstabilität. Ähnliche Beschwerden können verursacht werden durch:

  • Prellung oder Zerrung des AC-Gelenks ohne echte Instabilität
  • AC-Gelenksarthrose (Verschleiss des Schultereckgelenks)
  • Entzündung oder Reizung des Schleimbeutels unter dem AC-Gelenk
  • Rotatorenmanschetten-Ruptur (Sehnenriss der Schulter)
  • Subakromiales Impingement-Syndrom
  • Schlüsselbeinbruch (Claviculafraktur)
  • Fraktur des Schulterdachs (Akromionfraktur)
  • Zervikale Radikulopathie (ausstrahlende Schmerzen von der Halswirbelsäule)


Eine sorgfältige Differentialdiagnose bei Schulterschmerz oben hilft, die richtige Therapie auszuwählen.


Konservative Therapie


Die Therapie richtet sich nach:

  • Schweregrad der AC-Gelenksprengung (z.B. Rockwood-Typ I–VI)
  • Alter und Funktionsanspruch
  • Beschwerden in Beruf und Sport


Viele leichtere Formen (Rockwood I–II, teils III) können ohne Operation erfolgreich behandelt werden.


Operative Therapie


Eine Operation des AC-Gelenks wird in Betracht gezogen bei:

  • hochgradigen AC-Gelenksprengungen (manchmal Rockwood III, oft Rockwood IV–VI)
  • ausgeprägter Fehlstellung mit deutlich sichtbarem Hochstand des Schlüsselbeins
  • anhaltenden Schmerzen und Instabilitätsgefühl trotz konservativer Therapie
  • jungen, sportlich aktiven Patienten mit hoher Schulterbelastung
  • chronischer AC-Instabilität nach alter Verletzung


Ziel ist eine Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie, damit die gerissenen Bänder und Kapselstrukturen heilen können. Die Rekonstruktion erfolgt meist mit Faden- oder Button-Systemen, alternativ auch mit einer Hakenplatte.

Bei akuten Verletzungen, die innert zwei Wochen versorgt werden, ist eine isolierte Stabilisierung des AC-Gelenkes ausreichend. Dies ermöglicht eine Vernarbung der gerissenen Strukturen (CC-Bänder, Gelenkkapsel), so dass das AC-Gelenk auch langfristig stabil bleibt.

Bei chronischen AC-Instabilitäten, bei denen die Verletzung länger als 2 Wochen zurückliegt, ist das Heilungspotenzial der verletzten Strukturen nicht mehr vorhanden. Aus diesem Grund muss eine Rekonstruktion im chronischen Fall mit einer Spendersehne verstärkt werden.

In manchen Fällen (z.B. bei bestehender AC-Gelenksarthrose) wird ein kleiner Anteil des äusseren Schlüsselbeins entfernt, um Schmerzreduktion zu erreichen.


Nachbehandlung


Die Nachbehandlung nach AC-Gelenksrekonstruktion ist entscheidend für ein stabiles und belastbares Ergebnis.


Schutz- und Heilungsphase:

  • Tragen einer Schulter- oder Armschlinge (häufig 6 Wochen)
  • Keine schweren Lasten, kein Stützen auf dem Arm, keine plötzlichen Bewegungen
  • Erlaubt: Bewegungen von Hand, Handgelenk und Ellenbogen, passive Schulterbewegungen mit limitiertem Radius


Bewegungsaufbau:

  • Beginn mit passiven und assistiven Bewegungen der Schulter
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  • Ziel: Vermeidung von Schultersteife, schmerzfreier, funktioneller Bewegungsradius


Kräftigung und Stabilisation:

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  • Progressiver Muskelaufbau: Rotatorenmanschette, Schulterblattstabilisatoren, Nacken- und Rumpfmuskulatur, Koordinations- und Haltungstraining


Rückkehr zu Alltag, Beruf und Sport:

  • Alltagsaktivitäten schrittweise erweitern
  • Bürotätigkeit meist nach einigen Wochen möglich
  • körperlich schwere Arbeit und Überkopfarbeiten deutlich später, nach individueller Freigabe
  • Return to Sport:
    • früh: Fahrrad-Ergometer, Walking
    • später: Schwimmen, Krafttraining
    • zuletzt: Kontakt- und Sturzsportarten (z.B. Fussball, Rugby, Mountainbiken) nur nach eindeutiger ärztlicher Freigabe


Die vollständige Heilungs- und Anpassungsphase der rekonstruierten Bänder kann mehrere Monate dauern.


Weitere Informationen


Dieses Informationsblatt soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Instabilität des AC-Gelenkes geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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