Kinderorthopädie und Neuropädiatrie

Dr. med. Harald Langnick

Zurück zur Übersicht

Zusammenfassung

Die Kinderorthopädie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen wie Hüftdysplasie, Fussfehlstellungen, Beinachsenabweichungen, Skoliose und neurologisch bedingten Bewegungsstörungen, wobei der wachsende Organismus besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte erfordert. Die Therapie erfolgt bevorzugt konservativ durch Physiotherapie, Orthesen, Korsettbehandlung und beobachtendes Abwarten bei physiologischen Entwicklungsvarianten, während operative Eingriffe nur bei klarer Indikation durchgeführt werden und das Wachstum gezielt nutzen. Eine engmaschige Verlaufskontrolle während des gesamten Wachstums, die Einbeziehung der Eltern und bei neurologischen Erkrankungen eine langfristige interdisziplinäre Betreuung sichern den optimalen Behandlungserfolg.

Was ist Kinderorthopädie und Neuropädiatrie?


Die Kinderorthopädie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen sowie Verletzungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen. Die Neuropädiatrie konzentriert sich auf Bewegungsstörungen bei neurologischen Erkrankungen im Kindesalter. In der Orthopädie Rosenberg bieten wir eine spezialisierte Betreuung für junge Patientinnen und Patienten, denn der wachsende Organismus erfordert besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte, die sich grundlegend von der Erwachsenenorthopädie unterscheiden.


Häufige Erkrankungen in der Kinderorthopädie


Das Spektrum kinderorthopädischer Erkrankungen ist vielfältig und umfasst angeborene sowie erworbene Störungen:

  • Hüftdysplasie und Hüftreifungsstörungen beim Neugeborenen und Säugling
  • Klumpfuss und andere Fussfehlstellungen
  • Beinachsenfehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine
  • Skoliose und andere Wirbelsäulendeformitäten
  • Morbus Perthes und weitere Hüftkopferkrankungen
  • Wachstumsstörungen und Beinlängendifferenzen
  • Knick-Senkfuss und andere erworbene Fussdeformitäten
  • Gangstörungen unterschiedlicher Ursache
  • Sportverletzungen im Kindes- und Jugendalter
  • Neurologisch bedingte Bewegungsstörungen wie bei Zerebralparese


Besonderheiten des wachsenden Organismus


Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfordert spezielle Kenntnisse über das Wachstum:

  • Wachstumsfugen reagieren empfindlich auf Verletzungen und können das weitere Wachstum beeinflussen
  • Viele Fehlstellungen korrigieren sich spontan durch das Wachstum und benötigen nur Beobachtung
  • Andere Erkrankungen müssen frühzeitig behandelt werden, um Spätfolgen zu vermeiden
  • Die Heilungsfähigkeit ist bei Kindern deutlich besser als bei Erwachsenen
  • Operative Eingriffe können gezielt das Wachstum nutzen oder korrigieren
  • Psychosoziale Aspekte und die Zusammenarbeit mit den Eltern spielen eine zentrale Rolle


Diagnose in der Kinderorthopädie


Die Diagnostik bei Kindern erfolgt altersgerecht und schonend:

  • Anamnese: Ausführliches Gespräch mit den Eltern über Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung und aktuelle Beschwerden
  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Körperhaltung, Gangbild, Beweglichkeit und Entwicklungsstand auf spielerische Weise
  • Bildgebende Verfahren: Zurückhaltender Einsatz von Röntgen, bevorzugt Ultraschall bei Säuglingen und Kleinkindern, MRI bei komplexen Fragestellungen
  • Ganganalyse: Videogestützte Beurteilung des Gangbildes bei neurologischen Erkrankungen oder komplexen Gangstörungen
  • Wachstumskontrollen: Regelmässige Verlaufsbeobachtung zur Beurteilung der spontanen Entwicklung oder des Therapieerfolgs


Differentialdiagnosen in der Kinderorthopädie


Viele kinderorthopädische Befunde sind altersabhängig und physiologisch:

  • Physiologische Beinachsenfehlstellungen: O-Beine bis zum zweiten, X-Beine bis zum sechsten Lebensjahr sind normal
  • Normvarianten der Fussentwicklung müssen von behandlungsbedürftigen Deformitäten abgegrenzt werden
  • Wachstumsschmerzen sind häufig und harmlos, müssen aber von entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen unterschieden werden
  • Hüftschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen bis zu dringend behandlungsbedürftigen Erkrankungen
  • Gangstörungen erfordern die Unterscheidung zwischen orthopädischen und neurologischen Ursachen


Konservative Therapie in der Kinderorthopädie


Die konservative Behandlung steht bei vielen kinderorthopädischen Erkrankungen im Vordergrund:

  • Physiotherapie: Altersgerechte Übungen zur Förderung der motorischen Entwicklung, Kräftigung und Koordinationsschulung
  • Lagerungsbehandlung: Spezielle Lagerungshilfen bei Hüftdysplasie oder anderen Fehlstellungen
  • Orthesen und Hilfsmittel: Schienen, Orthesen oder spezielle Einlagen zur Korrektur oder Stabilisierung
  • Gipsbehandlung: Bei bestimmten Fussfehlstellungen oder nach Verletzungen
  • Korsetttherapie: Bei Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose zur Wachstumslenkung
  • Beobachtendes Abwarten: Bei physiologischen Entwicklungsvarianten mit regelmässigen Kontrollen
  • Interdisziplinäre Therapie: Zusammenarbeit mit Neuropädiatrie, Ergotherapie und anderen Fachdisziplinen bei neurologischen Erkrankungen


Operative Therapie in der Kinderorthopädie


Operative Eingriffe erfolgen nur bei klarer Indikation und berücksichtigen das Wachstum:

  • Hüftoperationen: Behandlung der Hüftdysplasie, des Morbus Perthes oder der Epiphysiolysis capitis femoris
  • Korrekturosteotomien: Operative Achskorrekturen bei pathologischen Beinachsenfehlstellungen
  • Wirbelsäulenoperationen: Korrektur ausgeprägter Skoliosen oder anderer Deformitäten
  • Fussoperationen: Korrektur von Klumpfüssen, Plattfüssen oder anderen Fussdeformitäten
  • Wachstumslenkende Eingriffe: Temporäre Epiphysiodese zur Korrektur von Achsfehlstellungen oder Beinlängendifferenzen
  • Neuroorthopädische Operationen: Sehnenverlängerungen, Muskelversetzungen oder knöcherne Korrekturen bei neurologischen Erkrankungen
  • Verletzungsversorgung: Kindgerechte Frakturbehandlung unter Berücksichtigung der Wachstumsfugen


Nachbehandlung und Verlaufskontrolle


Die Nachbehandlung orientiert sich am Alter des Kindes und der durchgeführten Therapie:

Nach konservativen oder operativen Massnahmen erfolgt eine engmaschige Verlaufskontrolle, um das Behandlungsergebnis zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen. Physiotherapie unterstützt die Rehabilitation und fördert die altersgerechte motorische Entwicklung. Bei neurologischen Erkrankungen ist eine langfristige interdisziplinäre Betreuung notwendig. Die Einbeziehung der Eltern in die Therapie und häusliche Übungsprogramme sind essentiell für den Behandlungserfolg. Regelmässige Kontrollen während des Wachstums stellen sicher, dass Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Betreuung erfolgt bis zum Abschluss des Wachstums, bei Bedarf mit Überleitung in die Erwachsenenorthopädie.


Weitere Informationen


Diese Information soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Kinderorthopädie und Neuropädiatrie geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung für Ihr Kind vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer orthopädischen Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

Kontakt

Orthopädie Rosenberg

Praxis-Öffnungszeiten

Montag

08:00 -18:00 Uhr

Dienstag - Freitag

08:00-17:00 Uhr

Samstag - Sonntag

geschlossen

Telefon +41 71 242 40 40

Alle Standorte

Notfallnummer

+41 71 242 40 40

Datenschutz

Impressum

© 2026. All Rights Reserved.

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Die Kinderorthopädie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen wie Hüftdysplasie, Fussfehlstellungen, Beinachsenabweichungen, Skoliose und neurologisch bedingten Bewegungsstörungen, wobei der wachsende Organismus besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte erfordert. Die Therapie erfolgt bevorzugt konservativ durch Physiotherapie, Orthesen, Korsettbehandlung und beobachtendes Abwarten bei physiologischen Entwicklungsvarianten, während operative Eingriffe nur bei klarer Indikation durchgeführt werden und das Wachstum gezielt nutzen. Eine engmaschige Verlaufskontrolle während des gesamten Wachstums, die Einbeziehung der Eltern und bei neurologischen Erkrankungen eine langfristige interdisziplinäre Betreuung sichern den optimalen Behandlungserfolg.

Was ist Kinderorthopädie und Neuropädiatrie?


Die Kinderorthopädie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen sowie Verletzungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen. Die Neuropädiatrie konzentriert sich auf Bewegungsstörungen bei neurologischen Erkrankungen im Kindesalter. In der Orthopädie Rosenberg bieten wir eine spezialisierte Betreuung für junge Patientinnen und Patienten, denn der wachsende Organismus erfordert besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte, die sich grundlegend von der Erwachsenenorthopädie unterscheiden.


Häufige Erkrankungen in der Kinderorthopädie


Das Spektrum kinderorthopädischer Erkrankungen ist vielfältig und umfasst angeborene sowie erworbene Störungen:

  • Hüftdysplasie und Hüftreifungsstörungen beim Neugeborenen und Säugling
  • Klumpfuss und andere Fussfehlstellungen
  • Beinachsenfehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine
  • Skoliose und andere Wirbelsäulendeformitäten
  • Morbus Perthes und weitere Hüftkopferkrankungen
  • Wachstumsstörungen und Beinlängendifferenzen
  • Knick-Senkfuss und andere erworbene Fussdeformitäten
  • Gangstörungen unterschiedlicher Ursache
  • Sportverletzungen im Kindes- und Jugendalter
  • Neurologisch bedingte Bewegungsstörungen wie bei Zerebralparese


Besonderheiten des wachsenden Organismus


Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfordert spezielle Kenntnisse über das Wachstum:

  • Wachstumsfugen reagieren empfindlich auf Verletzungen und können das weitere Wachstum beeinflussen
  • Viele Fehlstellungen korrigieren sich spontan durch das Wachstum und benötigen nur Beobachtung
  • Andere Erkrankungen müssen frühzeitig behandelt werden, um Spätfolgen zu vermeiden
  • Die Heilungsfähigkeit ist bei Kindern deutlich besser als bei Erwachsenen
  • Operative Eingriffe können gezielt das Wachstum nutzen oder korrigieren
  • Psychosoziale Aspekte und die Zusammenarbeit mit den Eltern spielen eine zentrale Rolle


Diagnose in der Kinderorthopädie


Die Diagnostik bei Kindern erfolgt altersgerecht und schonend:

  • Anamnese: Ausführliches Gespräch mit den Eltern über Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung und aktuelle Beschwerden
  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Körperhaltung, Gangbild, Beweglichkeit und Entwicklungsstand auf spielerische Weise
  • Bildgebende Verfahren: Zurückhaltender Einsatz von Röntgen, bevorzugt Ultraschall bei Säuglingen und Kleinkindern, MRI bei komplexen Fragestellungen
  • Ganganalyse: Videogestützte Beurteilung des Gangbildes bei neurologischen Erkrankungen oder komplexen Gangstörungen
  • Wachstumskontrollen: Regelmässige Verlaufsbeobachtung zur Beurteilung der spontanen Entwicklung oder des Therapieerfolgs


Differentialdiagnosen in der Kinderorthopädie


Viele kinderorthopädische Befunde sind altersabhängig und physiologisch:

  • Physiologische Beinachsenfehlstellungen: O-Beine bis zum zweiten, X-Beine bis zum sechsten Lebensjahr sind normal
  • Normvarianten der Fussentwicklung müssen von behandlungsbedürftigen Deformitäten abgegrenzt werden
  • Wachstumsschmerzen sind häufig und harmlos, müssen aber von entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen unterschieden werden
  • Hüftschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen bis zu dringend behandlungsbedürftigen Erkrankungen
  • Gangstörungen erfordern die Unterscheidung zwischen orthopädischen und neurologischen Ursachen


Konservative Therapie in der Kinderorthopädie


Die konservative Behandlung steht bei vielen kinderorthopädischen Erkrankungen im Vordergrund:

  • Physiotherapie: Altersgerechte Übungen zur Förderung der motorischen Entwicklung, Kräftigung und Koordinationsschulung
  • Lagerungsbehandlung: Spezielle Lagerungshilfen bei Hüftdysplasie oder anderen Fehlstellungen
  • Orthesen und Hilfsmittel: Schienen, Orthesen oder spezielle Einlagen zur Korrektur oder Stabilisierung
  • Gipsbehandlung: Bei bestimmten Fussfehlstellungen oder nach Verletzungen
  • Korsetttherapie: Bei Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose zur Wachstumslenkung
  • Beobachtendes Abwarten: Bei physiologischen Entwicklungsvarianten mit regelmässigen Kontrollen
  • Interdisziplinäre Therapie: Zusammenarbeit mit Neuropädiatrie, Ergotherapie und anderen Fachdisziplinen bei neurologischen Erkrankungen


Operative Therapie in der Kinderorthopädie


Operative Eingriffe erfolgen nur bei klarer Indikation und berücksichtigen das Wachstum:

  • Hüftoperationen: Behandlung der Hüftdysplasie, des Morbus Perthes oder der Epiphysiolysis capitis femoris
  • Korrekturosteotomien: Operative Achskorrekturen bei pathologischen Beinachsenfehlstellungen
  • Wirbelsäulenoperationen: Korrektur ausgeprägter Skoliosen oder anderer Deformitäten
  • Fussoperationen: Korrektur von Klumpfüssen, Plattfüssen oder anderen Fussdeformitäten
  • Wachstumslenkende Eingriffe: Temporäre Epiphysiodese zur Korrektur von Achsfehlstellungen oder Beinlängendifferenzen
  • Neuroorthopädische Operationen: Sehnenverlängerungen, Muskelversetzungen oder knöcherne Korrekturen bei neurologischen Erkrankungen
  • Verletzungsversorgung: Kindgerechte Frakturbehandlung unter Berücksichtigung der Wachstumsfugen


Nachbehandlung und Verlaufskontrolle


Die Nachbehandlung orientiert sich am Alter des Kindes und der durchgeführten Therapie:

Nach konservativen oder operativen Massnahmen erfolgt eine engmaschige Verlaufskontrolle, um das Behandlungsergebnis zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen. Physiotherapie unterstützt die Rehabilitation und fördert die altersgerechte motorische Entwicklung. Bei neurologischen Erkrankungen ist eine langfristige interdisziplinäre Betreuung notwendig. Die Einbeziehung der Eltern in die Therapie und häusliche Übungsprogramme sind essentiell für den Behandlungserfolg. Regelmässige Kontrollen während des Wachstums stellen sicher, dass Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Betreuung erfolgt bis zum Abschluss des Wachstums, bei Bedarf mit Überleitung in die Erwachsenenorthopädie.


Weitere Informationen


Diese Information soll Ihnen einen allgemeinen Überblick über die Kinderorthopädie und Neuropädiatrie geben. Für eine individuelle Beratung, Diagnostik und Therapieempfehlung für Ihr Kind vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer orthopädischen Sprechstunde oder lassen Sie sich über Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt zuweisen.

Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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Die Kinderorthopädie befasst sich mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen wie Hüftdysplasie, Fussfehlstellungen, Beinachsenabweichungen, Skoliose und neurologisch bedingten Bewegungsstörungen, wobei der wachsende Organismus besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte erfordert. Die Therapie erfolgt bevorzugt konservativ durch Physiotherapie, Orthesen, Korsettbehandlung und beobachtendes Abwarten bei physiologischen Entwicklungsvarianten, während operative Eingriffe nur bei klarer Indikation durchgeführt werden und das Wachstum gezielt nutzen. Eine engmaschige Verlaufskontrolle während des gesamten Wachstums, die Einbeziehung der Eltern und bei neurologischen Erkrankungen eine langfristige interdisziplinäre Betreuung sichern den optimalen Behandlungserfolg.

Was ist Kinderorthopädie und Neuropädiatrie?


Die Kinderorthopädie befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen sowie Verletzungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen. Die Neuropädiatrie konzentriert sich auf Bewegungsstörungen bei neurologischen Erkrankungen im Kindesalter. In der Orthopädie Rosenberg bieten wir eine spezialisierte Betreuung für junge Patientinnen und Patienten, denn der wachsende Organismus erfordert besondere Kenntnisse und angepasste Behandlungskonzepte, die sich grundlegend von der Erwachsenenorthopädie unterscheiden.


Häufige Erkrankungen in der Kinderorthopädie


Das Spektrum kinderorthopädischer Erkrankungen ist vielfältig und umfasst angeborene sowie erworbene Störungen:

  • Hüftdysplasie und Hüftreifungsstörungen beim Neugeborenen und Säugling
  • Klumpfuss und andere Fussfehlstellungen
  • Beinachsenfehlstellungen wie X-Beine oder O-Beine
  • Skoliose und andere Wirbelsäulendeformitäten
  • Morbus Perthes und weitere Hüftkopferkrankungen
  • Wachstumsstörungen und Beinlängendifferenzen
  • Knick-Senkfuss und andere erworbene Fussdeformitäten
  • Gangstörungen unterschiedlicher Ursache
  • Sportverletzungen im Kindes- und Jugendalter
  • Neurologisch bedingte Bewegungsstörungen wie bei Zerebralparese


Besonderheiten des wachsenden Organismus


Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfordert spezielle Kenntnisse über das Wachstum:

  • Wachstumsfugen reagieren empfindlich auf Verletzungen und können das weitere Wachstum beeinflussen
  • Viele Fehlstellungen korrigieren sich spontan durch das Wachstum und benötigen nur Beobachtung
  • Andere Erkrankungen müssen frühzeitig behandelt werden, um Spätfolgen zu vermeiden
  • Die Heilungsfähigkeit ist bei Kindern deutlich besser als bei Erwachsenen
  • Operative Eingriffe können gezielt das Wachstum nutzen oder korrigieren
  • Psychosoziale Aspekte und die Zusammenarbeit mit den Eltern spielen eine zentrale Rolle


Diagnose in der Kinderorthopädie


Die Diagnostik bei Kindern erfolgt altersgerecht und schonend:

  • Anamnese: Ausführliches Gespräch mit den Eltern über Schwangerschaft, Geburt, Entwicklung und aktuelle Beschwerden
  • Klinische Untersuchung: Beurteilung von Körperhaltung, Gangbild, Beweglichkeit und Entwicklungsstand auf spielerische Weise
  • Bildgebende Verfahren: Zurückhaltender Einsatz von Röntgen, bevorzugt Ultraschall bei Säuglingen und Kleinkindern, MRI bei komplexen Fragestellungen
  • Ganganalyse: Videogestützte Beurteilung des Gangbildes bei neurologischen Erkrankungen oder komplexen Gangstörungen
  • Wachstumskontrollen: Regelmässige Verlaufsbeobachtung zur Beurteilung der spontanen Entwicklung oder des Therapieerfolgs


Differentialdiagnosen in der Kinderorthopädie


Viele kinderorthopädische Befunde sind altersabhängig und physiologisch:

  • Physiologische Beinachsenfehlstellungen: O-Beine bis zum zweiten, X-Beine bis zum sechsten Lebensjahr sind normal
  • Normvarianten der Fussentwicklung müssen von behandlungsbedürftigen Deformitäten abgegrenzt werden
  • Wachstumsschmerzen sind häufig und harmlos, müssen aber von entzündlichen oder tumorösen Erkrankungen unterschieden werden
  • Hüftschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen bis zu dringend behandlungsbedürftigen Erkrankungen
  • Gangstörungen erfordern die Unterscheidung zwischen orthopädischen und neurologischen Ursachen


Konservative Therapie in der Kinderorthopädie


Die konservative Behandlung steht bei vielen kinderorthopädischen Erkrankungen im Vordergrund:

  • Physiotherapie: Altersgerechte Übungen zur Förderung der motorischen Entwicklung, Kräftigung und Koordinationsschulung
  • Lagerungsbehandlung: Spezielle Lagerungshilfen bei Hüftdysplasie oder anderen Fehlstellungen
  • Orthesen und Hilfsmittel: Schienen, Orthesen oder spezielle Einlagen zur Korrektur oder Stabilisierung
  • Gipsbehandlung: Bei bestimmten Fussfehlstellungen oder nach Verletzungen
  • Korsetttherapie: Bei Wirbelsäulendeformitäten wie Skoliose zur Wachstumslenkung
  • Beobachtendes Abwarten: Bei physiologischen Entwicklungsvarianten mit regelmässigen Kontrollen
  • Interdisziplinäre Therapie: Zusammenarbeit mit Neuropädiatrie, Ergotherapie und anderen Fachdisziplinen bei neurologischen Erkrankungen


Operative Therapie in der Kinderorthopädie


Operative Eingriffe erfolgen nur bei klarer Indikation und berücksichtigen das Wachstum:

  • Hüftoperationen: Behandlung der Hüftdysplasie, des Morbus Perthes oder der Epiphysiolysis capitis femoris
  • Korrekturosteotomien: Operative Achskorrekturen bei pathologischen Beinachsenfehlstellungen
  • Wirbelsäulenoperationen: Korrektur ausgeprägter Skoliosen oder anderer Deformitäten
  • Fussoperationen: Korrektur von Klumpfüssen, Plattfüssen oder anderen Fussdeformitäten
  • Wachstumslenkende Eingriffe: Temporäre Epiphysiodese zur Korrektur von Achsfehlstellungen oder Beinlängendifferenzen
  • Neuroorthopädische Operationen: Sehnenverlängerungen, Muskelversetzungen oder knöcherne Korrekturen bei neurologischen Erkrankungen
  • Verletzungsversorgung: Kindgerechte Frakturbehandlung unter Berücksichtigung der Wachstumsfugen


Nachbehandlung und Verlaufskontrolle


Die Nachbehandlung orientiert sich am Alter des Kindes und der durchgeführten Therapie:

Nach konservativen oder operativen Massnahmen erfolgt eine engmaschige Verlaufskontrolle, um das Behandlungsergebnis zu überwachen und gegebenenfalls anzupassen. Physiotherapie unterstützt die Rehabilitation und fördert die altersgerechte motorische Entwicklung. Bei neurologischen Erkrankungen ist eine langfristige interdisziplinäre Betreuung notwendig. Die Einbeziehung der Eltern in die Therapie und häusliche Übungsprogramme sind essentiell für den Behandlungserfolg. Regelmässige Kontrollen während des Wachstums stellen sicher, dass Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Betreuung erfolgt bis zum Abschluss des Wachstums, bei Bedarf mit Überleitung in die Erwachsenenorthopädie.


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Die vorliegende Patienteninformation ist eine Ergänzung zum persönlichen Gespräch mit dem Arzt. Risiken und Komplikationen werden im Rahmen des Aufklärungsgesprächs mit Ihnen besprochen. Im Text wird die männliche Form verwendet – die weibliche Form ist immer mitgemeint. © Orthopädie Rosenberg AG

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